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Willkommen auf unserer Homepage |
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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf "Interdisziplinäre, klinische Gruppe Eisenstoffwechsel" Eisenstoffwechselambulanz, UKE- Haus N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389; Fax 040-7410-54797; |
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Einleitung Eisen ist das vierthäufigste Element in der gesamten Erde und in der kontinentalen Erdkruste. Als Übergangsmetall hat Eisen vielfältige chemische Reaktionsmöglichkeiten und es ist sicher deswegen von der Evolution als Spurenelement für fast alle bekannten Lebewesen ausgewählt worden, obwohl zuviel an Eisen in biologischen Systemen toxische Reaktionen hervorrufen kann. Um Eisen gefahrlos nutzen zu können wurde ein kompliziertes System von feinregulierter Aufnahme, Transport und Speicherungsmechanismen geschaffen, damit im Normalzustand eine ausgeglichene Eisenbilanz sichergestellt wird (Abb. 1) |
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Jahr
|
Autor
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Entdeckung
|
1996
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Feder et al. (4)
|
C282Y-Mutation im HFE-Gen ist verantwortlich für
die hered. Hämochromatose Typ 1
|
1997
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Gunshin et al. (7)
|
DMT1 (NRamp2) als
intestinaler Eisentransporter
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1998/2000
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McKie et al. (11)
Donovan et al. (12)
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IREC1/Ferroportin
als basolateraler Fe-Transporter
|
2001
|
Pigeon et al (22)
Nicolas et al. (23)
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Hepcidin ist überexpremiert bei
experimenteller Eisenüberladung; knockout von Hepcidin führt bei
Mäusen zur Eisenüberladung
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2006
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Babitt et al. (68)
|
Hemojuvelin als Corezeptor für „bone
morphogenetic proteins“ (BMPs) und seine Rolle im
Hepcidin-Aktivierungs-Pathway
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2007
|
Du et al. (71)
|
TMPRSS6, stellt das Hepcidinaktivierung ab, Sensor für Eisenmangel?
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2007
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Ludwiczek et al. (43) |
L-Typ-Ca2+-Kanal-Blocker (z.B. Nifedipin) stimulieren den
Eisentransport via DMT-1
|
2009
|
Todorich et al,
(40) Li et al. (38) |
Tim-2, Scara5 als
Ferritinrezeptoren wichtig für Eisenversorgung von bestimmten
Zellarten (?)
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2009
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Menard et al. (69) Andriopoulos et al. (70) |
BMP6 als Schlüssel-Regulator der basalen Hepcidinaktivierung ünber
HJV
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|
Eisen- verbindung |
Funktion |
Konzentration |
|||
|
|
|
Mann
(mg/kg) (%) |
Frau# (mg/kg)
(%) |
||
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Hämoglobin |
O2-Transport |
31 |
62 |
28 |
74 |
|
Myoglobin |
O2-Transport |
5 |
10 |
4 |
11 |
|
Eisenenzyme |
Stoffwechsel |
1 |
2 |
1 |
2 |
|
Transferrin |
Fe-Transport im
Plasma |
0.1 |
0.2 |
0.08 |
0.2 |
|
Ferritin, Hämosiderin |
Fe-Speicherung |
13 |
26 |
5 |
13 |
|
Total |
|
50 |
100 |
38 |
100 |
#prämenopausal
Tab. 1.2:
Verteilung von Eisen im Körper
Dieser
Verlust wird durch die Eisenaufnahme mit der Nahrung normalerweise genau ausgeglichen. Dabei
wird auch die Speicherung von Reserveeisen in Form von Ferritin
und Hämosiderin in Leber, Milz, Knochenmark und Muskulatur
aufrechterhalten. Beim erwachsenen Mann sind dies ca. 800 mg, bei
Frauen und Kindern deutlich weniger. Die täglich im Körper
zirkulierende Eisenmasse ist wesentlich größer als der
Eisenverlust oder die Eisenaufnahme (Abb. 2).

Abb. 2: Eisenhomöostase
beim Erwachsenen. Zahlenangaben in mg/Tag berechnet für einen
70-kg Mann. Ca. 20 mg Eisen zirkulieren täglich im Blut. Das
Hormon Hepcidin wirkt als negativer
Regulator des Eisenmetabolismus, indem es die Zufuhr von Eisen aus
dem Darm und aus dem Hämabbau hemmt.
Intestinale Eisenabsorption
Eisen
ist in der Ökosphäre ubiquitär, kommt aber in Nahrung und
Trinkwasser nur in geringen Konzentrationen vor. Komplizierte Aufnahmemechanismen im Darm sind nötig, um
dem Bedarf angepasste Eisenmassen (normal 1-2 mg/Tag, maximal 3-5
mg/Tag) aufzunehmen.
Ernährungsphysiologisch
wichtig ist die Unterscheidung zwischen tierischem Eisen (Häm-Eisen)
und pflanzlichen Nahrungseisen (nicht-Häm-Eisen). Der Hauptort für
die Absorption von Eisen in allen Formen sind das Duodenum und das
obere Jejunum. Im starken Eisenmangel können aber auch tiefere
Darmabschnitte zusätzlich substantielle Eisenmengen aufnehmen
(Abb. 3.).
Absorption von nicht-Häm-Eisen
Abb.
4:
Schema
der intestinalen Eisenabsorption im Dünndarm. Zweiwertiges Eisen
wird über DMT1 aufgenommen und über IREG1 wieder aus dem
Enterozyten ausgeschleust. Nach Oxidation durch die Ferroxidase
Hephaestin wird Fe3+
an Apo-Transferrin im Blut
gebunden. Die Regulation der Eisenabsorption findet vorwiegend auf
der basolateralen Seite statt. Hepcidin bindet an
IREG1/Ferroportin1. Dieser Transporter wird internalisiert und es
findet kein Eisenexport mehr ins Blut statt. HCP1 ist der
neugefundene Häm-Fe-Rezeptor. Ein ähnlicher Transporter (Bcrp)
findet sich auch an der Basolateralmembran, sodass Häm-Fe evtl.
auch ins Plasma weitergeleitet wird. Lösliches,
ionisches Fe(II) wird beim Menschen über den divalenten
Metall-Ionen-Transporter (DMT1)
in den Enterozyten aufgenommen (8). Dieses Protein bewirkt einen
Protonen-vermittelten Kationentransport für Fe2+, Zn2+,
Mn2+, Co2+, Cd2+, Cu2+,
Ni2+, und Pb2+. Beim Menschen ist DMT1
offenbar vorwiegend für den Transport von Eisen(II) zuständig
(9). Die DMT1-Expression im Duodenum ist im Eisenmangel erhöht,
Mutationen in DMT1 bewirken einen systemischen Eisenmangel mit Anämie.
Offenbar gibt es beim Menschen verschiedene DMT1 Varianten mit und
ohne 3’ IRE oder 5’-IRE -Aktivität (vergl. Kap. 1.2.1), die
eine komplexe Regulation der Eisenaufnahme in verschiedenen
Geweben bewerkstelligen können (10). Wenn Eisen im Organismus benötigt
wird, dann erfolgt der Transport aus dem Enterozyten ins
Pfortaderblut sehr rasch. Der basolaterale Transfer wird durch das
Membranprotein IREG1
(in USA auch Ferroportin1
genannt) bewerkstelligt
(11, 12).
Das
aus dem Enterozyten ausgeschleuste zweiwertige Eisen wird über
die kupferhaltige Ferroxidase Hephaestin
oxidiert, um
dann im Pfordaderblut an Apotransferrin gebunden zu werden (13).
Unklar ist weiterhin die Rolle von HFE (Genprodukt des Hämochromatose-Gens,
vergl. Kap. 2) an der Regulation der intestinalen Eisenabsorption.
Ergänzend
wird in der Literatur von einer Arbeitsgruppe ein zusätzlicher
Aufnahmemechanismus von Fe(III) (Ferri-Eisen) im Darm über
den „IMP-Weg” (Integrin/Mobilferrin/Paraferritin) postuliert
(14). Versuche mit blockierenden Antikörpern und konkurrierenden
Kationen (speziell Mn2+)
legen
nahe, dass beide Aufnahmewege (Fe2+, Fe3+)
unabhängig voneinander sind. Nach gegenwärtigem Stand
wird von den meisten
Autoren in diesem Gebiet jedoch bezweifelt, dass beim
Menschen die Absorption von Fe(III) nennenswert zur Versorgung mit
Nahrungs-Eisen beiträgt, ebenso ist die Bioverfügbarkeit von
oralen Eisen(III)-Verbindungen in der Eisentherapie nur sehr
gering.
Absorption
von Häm Eisen
Regulation
der Eisenabsorption
Eine
Art der Regulation der Eisenabsorption muss über
die Vorläuferzellen von Enterozyten in den Darmkrypten
erfolgen, die ausschließlich von der basolateralen Seite, also
vom inneren Milieu des Körpers, mit Eisen versorgt werden und die
sich innerhalb von wenigen Tagen zu absorbierenden
Zottenenterozyten verwandeln. Im Eisenmangel und bei hereditärer
Hämochromatose wird in den Kryptenzellen die DMT1-Aktivität über
einen posttranslationalen Mechanismus gesteigert. Dies geschieht
über die Bindung eines "Iron-Responsive-Proteins (IRP) an
ein "hairpin-IRE" in der 3'-nichttranslatierten Region
der mRNA von DMT1 (vergl. 1.2.). Erhielt der Enterozyt in seiner
Vorgeschichte ausreichend Eisen, wird die DMT1-Aktivität
herunterreguliert. Nach einer Hypothese zur Erklärung der
physiologischen Funktion des HFE-Proteins, wurde diesem eine
Beteiligung an der Eisenversorgung der Kryptenenterozyten
zugeschrieben (19). Die
offenbar effektivste Art der Regulation der intestinalen
Eisenabsorption ist über das IREG1/Ferroportin möglich, das für
den Transport von Eisen aus Enterozyten ins Plasma zuständig ist
(Abb.1.3). Nachdem C. Finch 1994 einen
"storage-iron regulator" postuliert hatte, wurde
2001 mit dem 25 AS-Peptid Hepcidin ein solcher Regulator des Eisenstoffwechsels tatsächlich
gefunden (20-23) (s. 1.5.1).
Hemmstoffe der Eisenabsorption

|
Stimulierende Faktoren der Eisenabsorption |
Hemmstoffe der Eisenabsorption |
|
|
|
|
Fleisch,
Fisch, Innereien („Fleischeffekt“) |
Phytinsäure und andere Inositol-Phosphate in Getreideprodukten, Brotsorten, Cerealien,
ungeschältem Reis, Nudelprodukten, Nüssen, Sojabohnen |
|
|
|
|
Vitamin A und ß-Caroten |
|
Tabelle
3: Enhancer und Inhibitoren der intestinalen Eisenabsorption
Transport und Aufnahme in Zellen
Transferrin, mit seinen zwei Bindungsstellen für Eisen, ist das Haupttransportprotein für Eisen(III) im Plasma. Es ist notwendig, um Eisen vor allem für Erythroblasten aber auch für andere Zellen bereitzustellen. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von neuen Proteinen entdeckt worden, die eine Rolle im Eisentransport spielen und die für eine feinregullierte Eisenbilanz wichtig sind. Dazu zählen der Divalente Metallionentransporter- 1 (DMT1), Ferroportin-1, Heme-carrier-Protein-1, Duodenal cytochrom-b (Dycytb), Membrantransporter ABCG2, ABC-mitocondrial erythroid (ABC-me), ABCB7, Mitoferrin, Ferritinrezeptoren, Calcium-Kanäle. Im Folgenden kann nur exemplarisch auf einige wichtige Aufnahmemechanismen eingegangen werden.
Transferrin und Transferrin Rezeptor
DMT1
Ferritin und der Ferritinrezeptor
Eine Rolle von Ferritin im Eisentransport wurde lange spekuliert,
ohne dass man bis vor kurzem einen definierten Ferritinrezeptor
hat charakterisieren können. In Nierenzellen von Mäuseembryonen
wurde nun gezeigt, dass TfR1-knockout-Zellen trotzdem effizient
Eisen aufnehmen können. Kapselzellen exprimieren dabei das
Protein Scara5, das als
Ferritinrezeptor angesehen wird (38).
H-Ferritin scheint auch eine besondere Rolle beim dem
Eisentransport ins Gehirn zu spielen (39).
Maus-Oligodendrozyten im Gehirn zeigen histochemisch eine stärkere Eisenanfärbung als alle anderen Gehirnzellen. Dabei findet man in adulten Zellen kein TfR-Protein und keine mRNA für TfR. In diesen Zellen wurde dafür das Protein Tim-2 („T-Zell-Immunoglobulin und Mucin domain-containing protein-2“) als Rezeptor für H-Ferritin indentifiziert (40). Ferritin scheint also für bestimmte Zellen und zu bestimmten Zeiten (Organogenese) eine wichtige Rolle im Eisentransport zu spielen. Beim Menschen gibt es kein Tim-2, hier ähnelt aber Tim-1 dem Maus Tim-2. Es bleibt abzuwarten, ob beim Menschen eine ähnliche Funktion gefunden wird und ob das Serum-Ferritin im Eisentransport eine physiologische Funktion besitzt und bei Eisenüberladung neben der diagnostischen Bedeutung auch eine pathophysiologische Rolle spielt.
Spannungsäbhängige L-Typ-Kalziumkanäle
|
Krankheit |
Akronym |
Gen |
Symptome |
|
X-linked sideroblastische
Anämie |
XLSA |
ALAS2 |
Mikrozytische
Anämie,
ineffektive Erythropoese, sekundäre Eisenüberladung |
|
X-linked sideroblastische
Anämie Ataxie |
XLSA/A |
ABCB7 |
|
|
GLRX5 Mangel |
|
GLRX5 |
|
|
Mitochondrial myopathy and
SA |
MLASA |
PUS1 |
|
|
Thiamine-responsive
megaloblastäre Anämie |
TRMA |
SLC19A2 |
Insulinabhängiger
Diabetes
mellitus, sensorineuraler
Hörverlust, sideroblastische Anämie, Megaloblasten |
|
Pearson marrow-pancreas
Syndrom |
MT
DNA Deletion |
|
|
Tabelle
5: Gendefekt und Symptome bei hereditären mikrozytären Anämien
Die Friedreich Ataxie (FA) ist die häufigste Ataxieform überhaupt (50). Der Defekt liegt in einer Hyperexpansion eines (GAA)n-Repeats im ersten Intron des FA-Genes, FRDA. FRDA kodiert für ein 210 AS Protein, das Frataxin, dessen Funktion immer noch etwas rätselhaft ist. Frataxin bindet Eisen(II) an negativ geladene Aminosäureresten auf seiner Oberfläche. Als Eisen-Chaperon fördert es die mitochondriale Synthese von eisenhaltigen Molekülen, speziell Eisen-S-Cluster und Häm, und es kontrolliert die eisenbasierte Redoxaktivität (51). Frataxinmangel beeinträcht die Fe-S-Cluster-Synthese und vermindert dadurch die Aktivität von entsprechenden Enzymen. Es hat darüber hinaus möglicherweise eine protektive Funktion gegen oxidativen Stress.
Nukleärer Eisentransport
Eisenspeicherung
Die
intrazelluläre Eisenspeicherung wird durch Ferritin und sein
Abbauprodukt, Hämosiderin bewerkstelligt. Apo-Ferritin ist ein
sphärisches Protein mit einem äußeren Durchmesser von 12 bis 13
nm und einer inneren Höhle von 7 bis 8 nm (54). Der eisenhaltige
Kern von Ferritin ist ein polymeres Ferrihydrat-Phosphat, das bis
zu 4500 Atome enthält (maximale Eisen-Sättigung: 34 %). Ferritin
besteht aus 24 Untereinheiten, wobei es strukturell zwei
verschiedene Typen gibt.
Die Isoferritine in verschiedenen Organen unterscheiden
sich in der relativen Menge beider Untereinheiten. In Körpergeweben
gibt es ein Mosaik von Heteropolymeren, vom reinen H-Typ bis zum
reinen L-Typ. Es gibt Hinweise, dass H-reiche Ferritine (z.B. in
Herz, roten Blutzellen, Lymphozyten, Monozyten) mehr für die
Detoxifikation von Eisen zuständig sind, während L-reiche
Ferritine die Funktion der Langzeit-Speicherung von Eisen
wahrnehmen.
Es
gibt zwei unterschiedliche Typen von Kanälen in der
Apo-Ferritin-Hülle, vier mit hydrophoben Resten und acht mit sehr
polaren Resten.
Durch diese Kanäle wird der Transport von Eisen hinein
oder heraus aus dem Käfigmolekül,
Apoferritin, bewerkstelligt. Mit der H-Untereinheit, unabhängig
von den beschriebenen Kanälen, ist eine Ferroxidase-Aktivität
assoziiert.
Plasma-Ferritin
unterscheidet sich von Ferritin aus Gewebe (z.B. Leber) durch die
Halbwertszeit im Plasma (Plasma-Ferritin ca. 30 h, Gewebe-Ferritin
3-30 min). Die Ursache liegt wahrscheinlich im Kohlenhydratanteil
des Plasma-Ferritins. Der Ursprung des Plasma-Ferritins, das in
gewissen Bereichen eine quantitative Aussage über das vorhandene
Ganzkörperspeichereisen zulässt (erschöpfte Eisenspeicher: <
12 µg/l, Eisenüberladung > 300 µg/l), ist nicht geklärt. Es
werden die Meinungen vertreten, dass Serum-Ferritin aus dem
RES-System stammt, oder aber auch aus parenchymalen Zellen.
Intrazelluläre Eisenhomöostase
Die
wichtigsten Prozesse zur Modulation der Eisenhomöostase in Säugetieren
sind die intestinale Eisenabsorption, der Transport von Eisen
zwischen den Organen durch Transferrin, die zelluläre Aufnahme
durch Transferrinrezeptoren, die ausgeprägte Utilisation von
Eisen durch die
Erythropoese und seine Speicherung als Ferritin und Hämosiderin.
Die verschiedenen eisenbindenden Proteine bewirken durch ihre
jeweilige Expression mechanistisch die physiologische Regulation
des Eisenstoffwechsels und zeigen durch pathologische Veränderungen
in ihrem Wechselspiel auch Störungen
des Eisenstoffwechsels an.

Abb
8: Haarnadelstrukturen von „iron-responsive elements“ (IREs) auf
der mRNA von regulierbaren Proteinen im Eisenstoffwechsel.

Abb.
9: Posttranskriptionale Regulation der
Transferrin-Rezeptor- und der Ferritin-Synthese
Regulation der systemischen Eisenhomeostase

Durch eine Fehlregulation in der Achse Hepcidin-Ferroportin lassen sich alle bekannten Formen der erblichen Eisenspeicherkrankheit auf einfache Weise erklären. Bei verschiedenen Hämochromatoseformen liegt ein Hepcidinmangel vor, sodass HFE, TfR2 und Hämojuvelin in der Leber direkt etwas mit der Hepcidinsynthese zu tun haben müssen. Besonders Patienten mit HJV-Mutationen weisen extrem niedrige Hepcidinspiegel auf, sodass HJV vermutlich der wichtigste Hepcidinmodulator ist.
Regulation der Hepcidinaktivierung
Eine
weitere neue Entdeckung ist TMPRSS6,
das für eine TypII-Plasmamembran Serin-Protease, Matriptase-2,
kodiert.
Matriptase-2 ist hoch konserviert im Mensch, Maus und Ratte
und hoch exprimiert in der Leber.
Ein Mausmodell mit Eisenmangelanämie und Körperhaarausfall
wurde von Ernest Beutler auf dem ASH Meeting Ende 2007
vorgestellt, das eine Mutation im TMPRSS6
aufweist (70). Diese
Mask-Mäuse können die intestinale Eisenabsorption nicht hochregulieren und
haben inadäquat hohe Hepcidinwerte, die die Eisenabsorption blockieren und
Ursache der Anämie sind. Momentan wird TMPRSS6 als Eisensensor bei
Eisenmangel angesehen, der das Signal der basalen Hepcidinaktivierung über
BMP/BMP-R und SMAD abschaltet. Ein mögliches Modell ist in Abb. 1.9.
dargestellt. Unklar
ist weiterhin, über welche Mechanismen HFE und TfR2 auf die
Hepcidinaktivierung einwirken. Die Funktion der Matriptase-2
ist beim Menschen konserviert. Erste Studien berichten über
einige Familien und wenige sporadische Fälle mit eisenrefraktärer
Eisenmangelanämie infolge TMPRSS6-Mutationen (71, 72). Auf solche
(seltenen) Fälle ist in der Abklärung von unklarer Eisenmangelanämie
zukünftig zu achten.

Hepcidin bei Eisenmangel und Eisenüberladung
Die Grundzüge der Hepcidinaktivierung gelten heute als bekannt. Hepcidinmangel ist Ursache der erblichen Eisenspeicherkrankheiten Typ1-3 und ist bei sekundärer Eisenüberladung theoretisch hochreguliert, sodass kein Eisen mehr aus dem Darm aufgenommen wird (3). Bei Eisenmangel ist Hepcidin niedrig. Bei Infekt/Entzündung ist bei Patienten mit Anämie ist die Hepcidinkonzentration im Serum meist hoch, was aber nicht auf einzelnen Patienten zutrifft, bei denen offenbar noch andere Effekte wirken, die Hepcidinsynthese oder – abbau beeinflussen (62). Insgesamt gibt es zum Thema Hepcidin inzwischen unzählige Studien bei einzelnen Krankheitsbildern. Ein großes Problem bisher ist die zuverlässige Bestimmung von Hepcidin im Serum und im Urin. Die ist zum einen methodisch bedingt – es gibt keine guten Antikörper gegen das kleine Peptid-, zum andern scheinen auch Tagesschwankungen und eine Tag-zu-Tag-Variation eine Rolle zu spielen. Auch fehlen standardisierte Bedingungen der Probengewinnung und Verarbeitung. Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit Hepcidin den Weg in die Alltagsroutine der Diagnostik bei Eisenmangel und Eisenüberladung finden wird.
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