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Willkommen auf unsere homepage |
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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf "Interdisziplinäre, klinische Gruppe Eisenstoffwechsel" Eisenstoffwechselambulanz, UKE- Haus N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389; Fax 040-7410-54797; |
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Einleitung Eisen ist das vierthäufigste Element in der gesamten Erde und in der kontinentalen Erdkruste. Als Übergangsmetall hat Eisen vielfältige chemische Reaktionsmöglichkeiten und es ist sicher deswegen von der Evolution als Spurenelement für fast alle bekannten Lebewesen ausgewählt worden, obwohl zuviel an Eisen in biologischen Systemen toxische Reaktionen hervorrufen kann. Um Eisen gefahrlos nutzen zu können wurde ein kompliziertes System von feinregulierter Aufnahme, Transport und Speicherungsmechanismen geschaffen, damit im Normalzustand eine ausgeglichene Eisenbilanz sichergestellt wird (Abb. 1) |
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Jahr
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Autor
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Entdeckung
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1996
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Feder et al. (4)
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C282Y-Mutation im HFE-Gen ist verantwortlich für
die hered. Hämochromatose Typ 1
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1997
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Gunshin et al. (7)
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DMT1 (NRamp2) als
intestinaler Eisentransporter
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1998/2000
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McKie et al. (11)
Donovan et al. (12)
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IREC1/Ferroportin
als basolateraler Fe-Transporter
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2001
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Pigeon et al (22)
Nicolas et al. (23)
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Hepcidin ist überexpremiert bei
experimenteller Eisenüberladung; knockout von Hepcidin führt bei
Mäusen zur Eisenüberladung
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2006
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Babitt et al. (68)
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Hemojuvelin als Corezeptor für „bone
morphogenetic proteins“ (BMPs) und seine Rolle im
Hepcidin-Aktivierungs-Pathway
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2007
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Du et al. (71)
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TMPRSS6, stellt das Hepcidinaktivierung ab, Sensor für Eisenmangel?
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2007
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Ludwiczek et al. (43) |
L-Typ-Ca2+-Kanal-Blocker (z.B. Nifedipin) stimulieren den
Eisentransport via DMT-1
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2009
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Todorich et al,
(40) Li et al. (38) |
Tim-2, Scara5 als
Ferritinrezeptoren wichtig für Eisenversorgung von bestimmten
Zellarten (?)
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2009
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Menard et al. (69) Andriopoulos et al. (70) |
BMP6 als Schlüssel-Regulator der basalen Hepcidinaktivierung ünber
HJV
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Die
Bedeutung von Eisen im Sauerstofftransportprotein Hämoglobin ist
lange bekannt. Des Weiteren sind eisenabhängige Enzyme (Oxidoreduktasen,
Monooxygenasen, Dioxygenasen, 2Fe-2S, 4Fe-4S-Enzyme) an allen
wichtigen Stoffwechselzyklen beteiligt. So finden sich in der
inneren Membran von Mitochondrien Cytochrome, die wesentliche
Funktionen bei der oxidativen Phosphorylierung einnehmen. Zu den
eisenhaltigen Oxidoreduktasen gehört z.B. die
Ribonukleotidreduktase, das Schlüsselenzym der
DNA-Synthese. Die Cytochrom P450-Familie katalysiert
hunderte von Reaktionen im Fremdstoffmetabolismus. Fettsäuredesaturasen,
Lipoxygenasen, Peroxidasen, NO-Synthetasen, die Akonitase im
Citratcyclus, die Guanylatcyclase (Signaltransduktion, second
messenger) und die Aminophosporibosyltransferase (Purinsynthese)
sind gleichfalls eisenhaltige Enzyme (5, 6).
Der menschliche Körper eines Erwachsenen enthält 3-5 g Eisen hauptsächlich in Form von Hämoglobin, als Häm- oder nicht-Häm-Eisen-Enzymen und als Depot-Eisen, gespeichert in Ferritin und Hämosiderin (Tabelle 2). Der tägliche physiologische Eisenverlust in Form von abgeschilferten Epithelzellen der äußeren und inneren Körperoberflächen, sowie durch Schweiß und Urin beträgt insgesamt ca. 1-2 mg und ist nicht regulierbar.
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Eisen- verbindung |
Funktion |
Konzentration |
|||
|
|
|
Mann
(mg/kg) (%) |
Frau# (mg/kg)
(%) |
||
|
Hämoglobin |
O2-Transport |
31 |
62 |
28 |
74 |
|
Myoglobin |
O2-Transport |
5 |
10 |
4 |
11 |
|
Eisenenzyme |
Stoffwechsel |
1 |
2 |
1 |
2 |
|
Transferrin |
Fe-Transport im
Plasma |
0.1 |
0.2 |
0.08 |
0.2 |
|
Ferritin, Hämosiderin |
Fe-Speicherung |
13 |
26 |
5 |
13 |
|
Total |
|
50 |
100 |
38 |
100 |
#prämenopausal
Tab. 1.2:
Verteilung von Eisen im Körper
Dieser
Verlust wird durch die Eisenaufnahme mit der Nahrung normalerweise genau ausgeglichen. Dabei
wird auch die Speicherung von Reserveeisen in Form von Ferritin
und Hämosiderin in Leber, Milz, Knochenmark und Muskulatur
aufrechterhalten. Beim erwachsenen Mann sind dies ca. 800 mg, bei
Frauen und Kindern deutlich weniger. Die täglich im Körper
zirkulierende Eisenmasse ist wesentlich größer als der
Eisenverlust oder die Eisenaufnahme (Abb. 2).

Abb. 2:
Eisenhomöostase
beim Erwachsenen. Zahlenangaben in mg/Tag berechnet für einen
70-kg Mann. Ca. 20 mg Eisen zirkulieren täglich im Blut. Das
Hormon Hepcidin wirkt als negativer
Regulator des Eisenmetabolismus, indem es die Zufuhr von Eisen aus
dem Darm und aus dem Hämabbau hemmt.
Intestinale Eisenabsorption
Eisen
ist in der Ökosphäre ubiquitär, kommt aber in Nahrung und
Trinkwasser nur in geringen Konzentrationen vor. Komplizierte Aufnahmemechanismen im Darm sind nötig, um
dem Bedarf angepasste Eisenmassen (normal 1-2 mg/Tag, maximal 3-5
mg/Tag) aufzunehmen.
Ernährungsphysiologisch
wichtig ist die Unterscheidung zwischen tierischem Eisen (Häm-Eisen)
und pflanzlichen Nahrungseisen (nicht-Häm-Eisen). Der Hauptort für
die Absorption von Eisen in allen Formen sind das Duodenum und das
obere Jejunum. Im starken Eisenmangel können aber auch tiefere
Darmabschnitte zusätzlich substantielle Eisenmengen aufnehmen
(Abb. 3.).

Absorption von nicht-Häm-Eisen
Abb.
4:
Schema
der intestinalen Eisenabsorption im Dünndarm. Zweiwertiges Eisen
wird über DMT1 aufgenommen und über IREG1 wieder aus dem
Enterozyten ausgeschleust. Nach Oxidation durch die Ferroxidase
Hephaestin wird Fe3+ an Apo-Transferrin im Blut
gebunden. Die Regulation der Eisenabsorption findet vorwiegend auf
der basolateralen Seite statt. Hepcidin bindet an
IREG1/Ferroportin1. Dieser Transporter wird internalisiert und es
findet kein Eisenexport mehr ins Blut statt. HCP1 ist der
neugefundene Häm-Fe-Rezeptor. Ein ähnlicher Transporter (Bcrp)
findet sich auch an der Basolateralmembran, sodass Häm-Fe evtl.
auch ins Plasma weitergeleitet wird.
Lösliches,
ionisches Fe(II) wird beim Menschen über den divalenten
Metall-Ionen-Transporter (DMT1)
in den Enterozyten aufgenommen (8). Dieses Protein bewirkt einen
Protonen-vermittelten Kationentransport für Fe2+, Zn2+,
Mn2+, Co2+, Cd2+, Cu2+,
Ni2+, und Pb2+. Beim Menschen ist DMT1
offenbar vorwiegend für den Transport von Eisen(II) zuständig
(9). Die DMT1-Expression im Duodenum ist im Eisenmangel erhöht,
Mutationen in DMT1 bewirken einen systemischen Eisenmangel mit Anämie.
Offenbar gibt es beim Menschen verschiedene DMT1 Varianten mit und
ohne 3’ IRE oder 5’-IRE -Aktivität (vergl. Kap. 1.2.1), die
eine komplexe Regulation der Eisenaufnahme in verschiedenen
Geweben bewerkstelligen können (10). Wenn Eisen im Organismus benötigt
wird, dann erfolgt der Transport aus dem Enterozyten ins
Pfortaderblut sehr rasch. Der basolaterale Transfer wird durch das
Membranprotein IREG1
(in USA auch Ferroportin1
genannt) bewerkstelligt
(11, 12).
Das
aus dem Enterozyten ausgeschleuste zweiwertige Eisen wird über
die kupferhaltige Ferroxidase Hephaestin
oxidiert, um
dann im Pfordaderblut an Apotransferrin gebunden zu werden (13).
Unklar ist weiterhin die Rolle von HFE (Genprodukt des Hämochromatose-Gens,
vergl. Kap. 2) an der Regulation der intestinalen Eisenabsorption.
Ergänzend
wird in der Literatur von einer Arbeitsgruppe ein zusätzlicher
Aufnahmemechanismus von Fe(III) (Ferri-Eisen) im Darm über
den „IMP-Weg” (Integrin/Mobilferrin/Paraferritin) postuliert
(14). Versuche mit blockierenden Antikörpern und konkurrierenden
Kationen (speziell Mn2+)
legen
nahe, dass beide Aufnahmewege (Fe2+, Fe3+)
unabhängig voneinander sind. Nach gegenwärtigem Stand
wird von den meisten
Autoren in diesem Gebiet jedoch bezweifelt, dass beim
Menschen die Absorption von Fe(III) nennenswert zur Versorgung mit
Nahrungs-Eisen beiträgt, ebenso ist die Bioverfügbarkeit von
oralen Eisen(III)-Verbindungen in der Eisentherapie nur sehr
gering.
Absorption
von Häm-Eisen
Da
die Applikation von hohen Dosen Häm-Fe auch die Absorption von
nicht-Häm-Fe und umgekehrt hemmt, muss das aus Häm-Fe
freigesetzte Eisen in den gleichen intrazellulären Eisenpool
eingespeist werden wie Eisen aus der nicht-Häm-Fe-Absorption.
Dies gilt auch für den Abtransport aus den Enterozyten über
IREG1/Ferroportin1, der für alle absorbierten, ehemals
unterschiedlichen Eisenverbindungen (Häm-Fe, ionisches-Fe,
Laktoferrin), gleich ist.
Regulation
der Eisenabsorption
Eine
Art der Regulation der Eisenabsorption muss über
die Vorläuferzellen von Enterozyten in den Darmkrypten
erfolgen, die ausschließlich von der basolateralen Seite, also
vom inneren Milieu des Körpers, mit Eisen versorgt werden und die
sich innerhalb von wenigen Tagen zu absorbierenden
Zottenenterozyten verwandeln. Im Eisenmangel und bei hereditärer
Hämochromatose wird in den Kryptenzellen die DMT1-Aktivität über
einen posttranslationalen Mechanismus gesteigert. Dies geschieht
über die Bindung eines "Iron-Responsive-Proteins (IRP) an
ein "hairpin-IRE" in der 3'-nichttranslatierten Region
der mRNA von DMT1 (vergl. 1.2.). Erhielt der Enterozyt in seiner
Vorgeschichte ausreichend Eisen, wird die DMT1-Aktivität
herunterreguliert. Nach einer Hypothese zur Erklärung der
physiologischen Funktion des HFE-Proteins, wurde diesem eine
Beteiligung an der Eisenversorgung der Kryptenenterozyten
zugeschrieben (19).
Die
offenbar effektivste Art der Regulation der intestinalen
Eisenabsorption ist über das IREG1/Ferroportin möglich, das für
den Transport von Eisen aus Enterozyten ins Plasma zuständig ist
(Abb.1.3). Nachdem C. Finch 1994 einen
"storage-iron regulator" postuliert hatte, wurde
2001 mit dem 25 AS-Peptid Hepcidin ein solcher Regulator des Eisenstoffwechsels tatsächlich
gefunden (20-23) (s. 1.5.1).
Hemmstoffe der Eisenabsorption
|
Stimulierende Faktoren der Eisenabsorption |
Hemmstoffe der Eisenabsorption |
|
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|
|
Fleisch,
Fisch, Innereien („Fleischeffekt“) |
Phytinsäure und andere Inositol-Phosphate in Getreideprodukten, Brotsorten, Cerealien,
ungeschältem Reis, Nudelprodukten, Nüssen, Sojabohnen |
|
|
|
|
Vitamin A und ß-Caroten |
|
Tabelle
3: Enhancer und Inhibitoren der intestinalen Eisenabsorption
Transport und Aufnahme in Zellen
Transferrin,
mit seinen zwei Bindungsstellen für Eisen, ist das
Haupttransportprotein für
Eisen(III) im Plasma. Es ist notwendig, um
Eisen vor allem für Erythroblasten aber auch für andere Zellen
bereitzustellen.
In den
letzten Jahren sind eine ganze Reihe von neuen Proteinen entdeckt
worden, die eine Rolle im Eisentransport spielen und die für eine
feinregullierte Eisenbilanz
wichtig sind. Dazu zählen der Divalente
Metallionentransporter- 1 (DMT1), Ferroportin-1,
Heme-carrier-Protein-1, Duodenal cytochrom-b (Dycytb),
Membrantransporter ABCG2, ABC-mitocondrial erythroid (ABC-me),
ABCB7, Mitoferrin, Ferritinrezeptoren, Calcium-Kanäle. Im
Folgenden kann nur exemplarisch auf einige wichtige
Aufnahmemechanismen eingegangen werden.
Transferrin und Transferrin-Rezeptor
Der
TfR-Trf-Komplex rezykliert an die Zelloberfläche und
apo-Transferrin wird dann bei dem höheren pH zurück ins Blut
entlassen.
DMT1
Ferritin
und der Ferritinrezeptor
Über
eine Rolle von Ferritin im Eisentransport wurde lange spekuliert,
ohne dass man bis vor kurzem einen definierten Ferritinrezeptor
hat charakterisieren können. In Nierenzellen von Mäuseembryonen
wurde nun gezeigt, dass TfR1-knockout-Zellen trotzdem effizient
Eisen aufnehmen können. Kapselzellen exprimieren dabei das
Protein Scara5, das als
Ferritinrezeptor angesehen wird (38).
H-Ferritin scheint auch eine besondere Rolle beim dem
Eisentransport ins Gehirn zu spielen (39).
Maus-Oligodendrozyten
im Gehirn zeigen histochemisch eine stärkere Eisenanfärbung als
alle anderen Gehirnzellen. Dabei
findet man in adulten Zellen kein TfR-Protein und keine mRNA für
TfR.
In diesen Zellen wurde dafür das Protein Tim-2 („T-Zell-Immunoglobulin
und Mucin domain-containing protein-2“) als Rezeptor für
H-Ferritin indentifiziert (40).
Ferritin scheint also für bestimmte Zellen und zu
bestimmten Zeiten (Organogenese) eine wichtige Rolle im
Eisentransport zu spielen. Beim Menschen gibt es kein Tim-2, hier
ähnelt aber Tim-1 dem Maus Tim-2. Es bleibt abzuwarten, ob
beim Menschen eine ähnliche Funktion gefunden wird und ob das
Serum-Ferritin im Eisentransport eine physiologische Funktion
besitzt und bei Eisenüberladung neben der diagnostischen
Bedeutung auch eine pathophysiologische Rolle spielt.
Spannungsäbhängige L-Typ-Kalziumkanäle
Oudit
et al. haben gezeigt, dass spannungsabhängige L-Typ Calcium-Kanäle
(VGLCC) die wesentlichen Transporter für Eisen in Kardiomyozyten
bei Eisenüberladung darstellen (41). Verapramil hemmt diese Kanäle
und führt zu einer verminderten Eisenaufnahme und zu weniger
oxidativem Stress in diesen Zellen. Dies gilt offenbar auch für
neuronale Zellen, wo diese Kanäle ebenfalls eine wichtige Rolle
bei der Eisenaufnahme spielen (42).
Neben
dieser Art von Ca-Kanälen gibt es wohl mindestens einen weiteren
Effekt in
Richtung Eisentransport. Die bereits erwähnte G185R-Mutation im
DMT-1 führt
zu einer mikrozytären Anämie bei Mäusen und Ratten, weil kein
Eisen mehr aus Endosomen ins Cytoplasma transportiert werden kann.
Gleichzeitig ist der Ca-Transport erhöht. Basierend auf diesem
Befund wurde untersucht, inwieweit Calzium-Antagonisten auf DMT1
einwirken (43). Es wurde gezeigt, dass der L-typ
Calciumkanal-Blocker Nifedipin (Dihydropyridin-Typ), nicht aber
Verapramil, den DMT-1–bezogenen Eisentransport um den Faktor
10-100 erhöht, indem es die Eisentransportaktivität zeitlich
verlängert. Interessanterweise führt dies bei eisenüberladenen
Mäusen auch zu einer deutlichen Eisenausscheidung
über die Nieren und zu einem deutlichen Abbau der Eisenüberladung.
Ob dies auch beim Menschen zutrifft ist noch
unklar. Dieser
Effekt würde eine neue Art der Eisenentzugstherapie ermöglichen,
was für einige Krankheitsbilder eine wertvolle Alternativtherapie
darstellen könnte.
Mitochondrialer Eisentransport
Die
Bedeutung von Eisen in der Funktion von Mitochondrien für die Hämsynthese
und für die Bildung von Eisen-Schwefel-Cluster-Proteinen ist gut
belegt (44). Es ist aber nicht genau bekannt, wie und in welcher
Form die notwendigen großen Mengen an Eisen in Mitochondrien
hinein gelangen und wie das dort prozessierte Eisen aus
Mitochondrien heraustransportiert wird. Kürzlich wurde ein neuer
hochaffiner Eisen-Transporter, Mitoferrin,
mtfn (SLC25A37) als möglicher Kandidat für die
Haupteisenversorgung von Erythroblasten vorgeschlagen (45). Die
menschliche Variante ist, wie bei Zebrafisch und Maus,
hoch exprimiert in Mitochondrien von hämatopoetischem
Gewebe wie foetaler Leber, Knochenmark und Milz.
Mitochondriales
Ferritin
ist struturell und funktionell ähnlich zu cytosolischem Ferritin,
hat aber keine funktionelle IRE-Struktur und wird daher nicht
eisenabhängig exprimiert (46). Seine Überexpression führt zu
einem Transport von Eisen aus dem Cytosol in die Mitochondrien
(47).
In Mäusen wird es in Hoden, Herz, Hirn, Rückenmark,
Nieren, Pankreaszellen exprimiert, nicht aber in Leber und Milz
(48). Dies
deutet daraufhin, dass es keine Funktion in der Eisenspeicherung
hat, sondern protektiv wirksam ist gegen oxidativen Stress in
Zellen mit hoher metabolischer Aktivität und hohem
Sauerstoffbedarf.
Wesentliche
neue Erkenntnisse des Eisentransports kommen von
molekularbiologischen Untersuchungen
an Tiermodellen mit bekannten Defekten des
Eisenmetabolismus oder an Erkrankungen, bei denen eine Störung
des mitochondrialen Eisentransportes nahe liegt, wie z.B
bei der X-chromosomalen sideroachrestischen Anämie (XLSA), bei
der XLSA mit Ataxie (XLSA/A) oder bei der Friedreich’schen
Ataxie (Tabelle 1.4).
Die
häufigste Form (ca. 50 % der Fälle) XLSA beruht auf dem Mangel
an delta-Aminolävulinsäuresynthetase Typ 2 (ALAS2) in
Erythrozytenvorläuferzellen (49). Dieser Defekt führt zu einer
mitochondrialen Eisenakkumulation mit Ringsideroblasten
und zu einer systemischen Eisenüberladung. In manchen Fällen
ist eine Therapie mit Pyridoxin, dem Cofaktor von ALAS2,
erfolgreich. Mutationen im ABCB7-Gen des Menschen
erzeugen XLSA/A, eine seltene Ursache für eine
mitochondriale Eisenakkumulation mit Bildung von Ringsideroblasten.
ABCB7 und sein Hefe-Homolog atm1 haben etwas mit der Reifung von [Fe-S]-Cluster-Proteinen
zu tun. Es ist nicht klar wie dieser Defekt zu einer hypochromen
mikrozytären Anämie führen kann.
|
Krankheit |
Akronym |
Gen |
Symptome |
|
X-linked sideroblastische
Anämie |
XLSA |
ALAS2 |
Mikrozytische
Anämie,
ineffektive Erythropoese, sekundäre Eisenüberladung |
|
X-linked sideroblastische
Anämie Ataxie |
XLSA/A |
ABCB7 |
|
|
GLRX5 Mangel |
|
GLRX5 |
|
|
Mitochondrial myopathy and
SA |
MLASA |
PUS1 |
|
|
Thiamine-responsive megaloblastäre Anämie |
TRMA |
SLC19A2 |
Insulinabhängiger
Diabetes mellitus, sensorineuraler
Hörverlust, sideroblastische Anämie, Megaloblasten |
|
Pearson marrow-pancreas Syndrom |
MT
DNA Deletion |
|
|
Tabelle
5: Gendefekt und Symptome bei hereditären mikrozytären Anämien
Die
Friedreich Ataxie (FA) ist die häufigste Ataxieform überhaupt
(50). Der Defekt liegt in einer Hyperexpansion eines (GAA)n-Repeats
im ersten Intron des FA-Genes, FRDA. FRDA kodiert für ein 210 AS
Protein, das Frataxin, dessen Funktion immer noch etwas rätselhaft
ist. Frataxin
bindet Eisen(II) an negativ geladene Aminosäureresten auf seiner
Oberfläche. Als Eisen-Chaperon fördert es die mitochondriale
Synthese von eisenhaltigen Molekülen, speziell Eisen-S-Cluster
und Häm, und es kontrolliert die eisenbasierte Redoxaktivität
(51). Frataxinmangel beeinträcht die Fe-S-Cluster-Synthese und
vermindert dadurch die Aktivität von entsprechenden Enzymen. Es
hat darüber hinaus möglicherweise eine protektive Funktion gegen
oxidativen Stress.
Nukleärer Eisentransport
Eisenspeicherung
Die
intrazelluläre Eisenspeicherung wird durch Ferritin und sein
Abbauprodukt, Hämosiderin bewerkstelligt. Apo-Ferritin ist ein
sphärisches Protein mit einem äußeren Durchmesser von 12 bis 13
nm und einer inneren Höhle von 7 bis 8 nm (54). Der eisenhaltige
Kern von Ferritin ist ein polymeres Ferrihydrat-Phosphat, das bis
zu 4500 Atome enthält (maximale Eisen-Sättigung: 34 %). Ferritin
besteht aus 24 Untereinheiten, wobei es strukturell zwei
verschiedene Typen gibt.
Die Isoferritine in verschiedenen Organen unterscheiden
sich in der relativen Menge beider Untereinheiten. In Körpergeweben
gibt es ein Mosaik von Heteropolymeren, vom reinen H-Typ bis zum
reinen L-Typ. Es gibt Hinweise, dass H-reiche Ferritine (z.B. in
Herz, roten Blutzellen, Lymphozyten, Monozyten) mehr für die
Detoxifikation von Eisen zuständig sind, während L-reiche
Ferritine die Funktion der Langzeit-Speicherung von Eisen
wahrnehmen.
Es
gibt zwei unterschiedliche Typen von Kanälen in der
Apo-Ferritin-Hülle, vier mit hydrophoben Resten und acht mit sehr
polaren Resten.
Durch diese Kanäle wird der Transport von Eisen hinein
oder heraus aus dem Käfigmolekül,
Apoferritin, bewerkstelligt. Mit der H-Untereinheit, unabhängig
von den beschriebenen Kanälen, ist eine Ferroxidase-Aktivität
assoziiert.
Plasma-Ferritin
unterscheidet sich von Ferritin aus Gewebe (z.B. Leber) durch die
Halbwertszeit im Plasma (Plasma-Ferritin ca. 30 h, Gewebe-Ferritin
3-30 min). Die Ursache liegt wahrscheinlich im Kohlenhydratanteil
des Plasma-Ferritins. Der Ursprung des Plasma-Ferritins, das in
gewissen Bereichen eine quantitative Aussage über das vorhandene
Ganzkörperspeichereisen zulässt (erschöpfte Eisenspeicher: <
12 µg/l, Eisenüberladung > 300 µg/l), ist nicht geklärt. Es
werden die Meinungen vertreten, dass Serum-Ferritin aus dem
RES-System stammt, oder aber auch aus parenchymalen Zellen.
Intrazelluläre Eisenhomöostase
Die
wichtigsten Prozesse zur Modulation der Eisenhomöostase in Säugetieren
sind die intestinale Eisenabsorption, der Transport von Eisen
zwischen den Organen durch Transferrin, die zelluläre Aufnahme
durch Transferrinrezeptoren, die ausgeprägte Utilisation von
Eisen durch die
Erythropoese und seine Speicherung als Ferritin und Hämosiderin.
Die verschiedenen eisenbindenden Proteine bewirken durch ihre
jeweilige Expression mechanistisch die physiologische Regulation
des Eisenstoffwechsels und zeigen durch pathologische Veränderungen
in ihrem Wechselspiel auch Störungen
des Eisenstoffwechsels an.

Abb
8: Haarnadelstrukturen von „iron-responsive elements“ (IREs) auf
der mRNA von regulierbaren Proteinen im Eisenstoffwechsel.
Inzwischen
wurden eine Reihe Proteine mit unterschiedlichen Funktionen
gefunden, die über das IRE/IRP-Netzwerk reguliert werden können:
H-Ferritin und L-Ferritin (Eisenspeicherung), eALAS (erythropetische
Hämsynthese), Ferroportin (Eisenexport), HIF2alpha (Erythropoese),
mAconitase (Citratzyklus); TfR1 und DMT1 (Eisenaufnahme), CDC14A
(Zellzyklus) (56).
IRP1
und IRP2 sind homologe Proteine mit 889 bzw. 964 AS und gehören
zur Klasse der Eisen-Schwefel-Isomerasen. Menschliches IRP1 ähnelt
zu 58 % der mitochondrialen Akonitase aus Schweineherz und ist
identisch mit der lange bekannten cytoplasmatischen Akonitase,
deren Funktion damit jetzt erklärt werden kann.
Durch den Vergleich mit der Kristall-Struktur dieses genau
charakterisierten Proteins geht man von drei kompakten Domänen
aus, die mit einer vierten Domäne durch ein flexibles Gelenk
verbunden
sind (Abb. 1.6).
Bei
Eisenmangel wird die Initiation der Translation von Ferritin
gehemmt. Die Wirkung auf die TfR-Biosynthese ist genau umgekehrt.
Indem IRP an das IRE in der nicht-translatierten Region am
3’-Ende (3´-UTR) der mRNA bindet, wird
der Nuklease-vermittelte Abbau von TfR-mRNA gehemmt und
die Stabilität der TfR-mRNA damit erhöht, sodass mehr
Transferrin-Rezeptor gebildet wird. (Abb. 1.7). Bei Eisenüberschuss
funktioniert dieser Regelkreis so, dass die Synthese von Ferritin
hochgefahren, die von Transferrinrezeptor herunterreguliert wird.
Das
menschliche IRP1, das bereits isoliert und kloniert wurde, hat
eine hohe Affinität
zu der mRNA-Bindungsstelle (Kd=10-30 pM). Die
Akonitasefunktion von IRP1 ist mit einem intakten [4Fe-4S]-Zentrum
aktiv und wird inaktiviert, wenn eines der Eisenatome verloren
geht. Umgekehrt verhält es sich mit der mRNA-Bindungsfähigkeit.
Unter Eisenmangelbedingungen ist die Affinität zur Bindungsstelle
sehr hoch.
Ein
weiterer Befund ist die Beteiligung von Stickstoffmonoxid (NO) an
der zellulären Eisenhomöostase (57). NO kann Eisen aus
Eisen-Schwefel-Proteinen freisetzen und damit die IRPs in die
hoch-affine Form überführen. Dies könnte ein Mechanismus für
die posttranskriptionelle Regulation der zellulären Eisenhomöostase,
z.B. bei Entzündungen, darstellen. Des Weiteren wird eine direkte
Verbindung zwischen Eisenmetabolismus und oxidativem Stress
diskutiert (58). Diese Annahme basiert auf dem experimentellen
Befund, dass H2O2 in-vivo (nicht in-vitro)
auf IRP1 einwirkt, so dass die Akonitaseaktivität inaktiviert und
die IRE-Bindungsfähigkeit aktiviert wird.
Weniger genau zu erfassen ist allerdings,
was oxidativer Stress auf molekularer Ebene genau darstellt
und welche Bedeutung dabei substantiellen Konzentrationen von H2O2
zukommt.
Es
wurden knock-out-IRP1- und -IRP2-Mäuse generiert (59). Sie sind
lebens- und vermehrungsfähig und vordergründig phänotypisch
wenig beeinträchtigt. Dies gilt aber bei genauer Betrachtung mehr
für IRP1- als IRP2-Mangel-Mäuse. Letztere zeigen eine
Akkumulation von Eisen im Gehirn und entwickeln eine progressive
Neurodegeneration mit Tremor, Ataxie
und Bradykinesie. Sie entwickeln auch eine Eisenmangelanämie
durch die mangelnde Expression von TfR auf sich entwickelnden
Erythrozyten. IRP2-/- Zellen zeigen einen deutlich fehlregulierten
Eisenmetabolismus, wenn Sie unter 3 – 6 % Sauerstoff gehalten
werden, was der physiologischen Sauerstoffkonzentration in Geweben
entspricht. Unter den laborüblichen Bedingungen von Zellkulturen
mit 21 % Sauerstoff wird in IRP2 -/- Zellen IRP1 aktiviert und
kann so die fehlende IRP2-Aktivität substituieren. Daraus wird
geschlussfolgert, dass IRP2 und nicht IRP1 die Regulation des
Eisenstoffwechsels in Säugetierzellen unter physiologischen
Bedingungen dominiert (59). Die Arbeiten über IRP knock-out Mäuse
legen auch nahe, dass eine Eisenfehlregulation die primäre
Ursache für eine Neurodegeneration sein kann. Es wurde ebenfalls
gezeigt, dass Zink und Cadmium mit der IRE-Bindungsaktivität
interferieren und zwar über IRP1, aber nicht über IRP2 und nicht
über die Akonitaseaktivität von IRP1. Diese neuen Daten lassen
einen Mechanismus für die biologische Toxizität von Cadmium und
hohen Zinkkonzentrationen vermuten, die durch Wechselwirkung mit
dem Eisenstoffwechsel zustande kommt.

Abb.
9: Posttranskriptionale Regulation der
Transferrin-Rezeptor- und der Ferrritin-Synthese
Regulation der systemischen Eisenhomeostase
Ein
neues Bild von der Regulation des Eisenstoffwechsels ergab sich
durch die Entdeckung von Hepcidin, als Hormon und negativer
Regulator des Eisenstoffwechsels (21-23, 61, 62). Zusammen mit
anderen Proteinen wie HJV, TfR2, HFE, BMP bildet Hepcidin ein
feinabge- stimmtes Netzwerk für die Kontrolle der Eisenhomeostase.
Hepcidin

Durch
eine Fehlregulation in der Achse Hepcidin-Ferroportin lassen sich
alle bekannten Formen der erblichen Eisenspeicherkrankheit auf
einfache Weise erklären. Bei verschiedenen Hämochromatoseformen
liegt ein Hepcidinmangel vor, sodass HFE, TfR2 und Hämojuvelin
in der Leber direkt etwas mit der Hepcidinsynthese zu tun haben müssen.
Besonders Patienten mit HJV-Mutationen weisen extrem niedrige
Hepcidinspiegel auf, sodass HJV vermutlich der wichtigste
Hepcidinmodulator ist.
Regulation der Hepcidinaktivierung
Eine
weitere neue Entdeckung ist TMPRSS6,
das für eine TypII-Plasmamembran Serin-Protease, Matriptase-2,
kodiert.
Matriptase-2 ist hoch konserviert im Mensch, Maus und Ratte
und hoch exprimiert in der Leber.
Ein Mausmodell mit Eisenmangelanämie und Körperhaarausfall
wurde von Ernest Beutler auf dem ASH Meeting Ende 2007
vorgestellt, das eine Mutation im TMPRSS6
aufweist
(70). Diese Mask-Mäuse können die intestinale Eisenabsorption
nicht hochregulieren und haben inadäquat hohe Hepcidinwerte, die
die Eisenabsorption blockieren und Ursache der Anämie sind.
Momentan wird TMPRSS6 als Eisensensor bei Eisenmangel angesehen,
der das Signal der basalen Hepcidinaktivierung über
BMP/BMP-R und SMAD abschaltet. Ein mögliches Modell ist in Abb.
1.9. dargestellt.
Unklar
ist weiterhin, über welche Mechanismen HFE und TfR2 auf die
Hepcidinaktivierung einwirken. Die Funktion der Matriptase-2
ist beim Menschen konserviert. Erste Studien berichten über
einige Familien und wenige sporadische Fälle mit eisenrefraktärer
Eisenmangelanämie infolge TMPRSS6-Mutationen (71, 72). Auf solche
(seltenen) Fälle ist in der Abklärung von unklarer Eisenmangelanämie
zukünftig zu achten.

Hepcidin bei Eisenmangel und Eisenüberladung
Die
Grundzüge der Hepcidinaktivierung gelten heute als bekannt.
Hepcidinmangel ist Ursache der erblichen Eisenspeicherkrankheiten
Typ1-3 und ist bei sekundärer Eisenüberladung theoretisch
hochreguliert, sodass kein Eisen mehr aus dem Darm aufgenommen
wird (3). Bei Eisenmangel ist Hepcidin niedrig. Bei Infekt/Entzündung
ist bei Patienten mit Anämie ist die
Hepcidinkonzentration
im Serum meist hoch, was aber nicht auf einzelnen Patienten
zutrifft, bei denen offenbar noch andere Effekte wirken, die
Hepcidinsynthese oder – abbau beeinflussen (62). Insgesamt gibt
es zum Thema Hepcidin inzwischen unzählige Studien bei einzelnen
Krankheitsbildern. Ein großes Problem bisher ist die zuverlässige
Bestimmung von Hepcidin im Serum und im Urin. Die ist zum einen
methodisch bedingt – es gibt keine guten Antikörper gegen das
kleine Peptid-, zum andern scheinen auch Tagesschwankungen und
eine Tag-zu-Tag-Variation eine Rolle zu spielen. Auch fehlen
standardisierte Bedingungen der Probengewinnung und Verarbeitung.
Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit Hepcidin den Weg in die
Alltagsroutine der Diagnostik bei Eisenmangel und Eisenüberladung
finden wird.
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