www.eiseninfo.de   

Willkommen auf unserer homepage   

Impressum   Kontakt

     Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 "Interdisziplinäre, klinische Gruppe  Eisenstoffwechsel"  Eisenstoffwechselambulanz,   UKE- Haus  N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389Fax 040-7410-54797;                                 

  HOME
  Eisenstoffwechsel
Eisenmangel
  Ernährung
  Risikogruppen
  Symptome
  Diagnostik
  Therapie
  FAQ
  LINKS

 

Therapie der sekundären Eisenüberladung

Transfusionstherapie

Die Bluttransfusion ist bei kritischem Blutverlust oder bei lebensbedrohlichem Mangel an Blutbestandteilen nach wie vor eine lebensrettende und unverzichtbare Methode der Medizin. Als allgemeiner Grenzwert für die gegebene Indikation für einen Bluttransfusion gilt in Deutschland seit vielen Jahrzehnten ein Hämoglobinwert von 10 g/dl, obwohl die von der EU-Kommision beauftragte SANGUIS-Studie (1994) diesen Wert als zu hoch einschätzt (1).

In dem hier diskutierten Zusammenhang wird eine chronische Transfusionstherapie bei Blutkrankheiten in dem Sinne einer Blutbildungsstörung (Anämien, hämatologische Neoplasien, Aplastische Anämien) eingesetzt. Das Verständnis der sekundären Eisenüberladung wurde wesentlich durch die Erfahrungen mit der Mittelmeeranämie (β-Thalassämie, Morbus Cooley) gewonnen. Deswegen soll im Folgenden die Situation bei der β-Thalassaemia major beschrieben werden. Die meisten Patienten mit β-Thalassaemia major werden zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 2. Lebensjahr mit einer Anämie diagnostiziert, wenn die Umstellung von fetalem Hämoglobin F (α2γ2) auf adultes Hämoglobin A (α2β2) erfolgt ist. Nach Diagnosestellung wird mit der Transfusionsbehandlung begonnen. Entscheidend für die Behandlung der Thalassämie mit Transfusionen ist die Balance zwischen Eisenbelastung und einer wirksamen Suppression der ineffektiven Erythropoese. Hämolyse und ineffektive Erythropoese verursachen die Anämie, der jeweilige Anteil variiert bei den verschiedenen Formen der Thalassämie. Das Knochenmark von Patienten mit β-Thalassämie enthält etwa 5-6 mal so viel erythropoetische Vorläuferzellen wie das Knochenmark gesunder Personen und etwa 15 mal so viele apoptotische Zellen (2). Die beschleunigte Apoptose wird durch die Ablagerung freier alpha-Globinketten verursacht (3). Eine zu geringe Transfusionsfrequenz oder –menge führt zu einer Expansion der medullären und extramedullären Blutbildung. Die Folgen sind Knochendeformitäten mit typischen Veränderungen wie Bürstenschädel, prominenten Stirnhöckern und Kieferknochen, Prognathie, Ausdünnung der Kompakta und Hepatosplenomegalie (4-6). Regelmäßige Transfusionen verhindern dies und verbessern Wachstum und Entwicklung (7).

Zudem führt die ineffektive, gesteigerte Erythropoese zur vermehrten intestinalen Eisenaufnahme. Zurzeit gilt ein Transfusionsregime, welches einen Hämoglobinwert von 9-10 g/dl prätransfusionem anstrebt als ideal. Mit diesem Regime wachsen Kinder besser, Hepatosplenomegalie und Knochendeformitäten sind geringer ausgeprägt (8).

    

Abb. 1. Links: Bild eines 4-Jahre alten Mädchens mit unbehandelter ß-Thalassaemia major. Typischer Gesichtsschädel mit prominenter Maxilla und verbreiteter Nasenwurzel. Rechts:   Gleiche Patientin im Alter von 29 Jahren (mit Ihren beiden Kindern). Transfusionstherapie ab dem 4.5 Lebensjahr. Chelattherapie mit ca. 7 Jahren, seither optimale Behandlung mit DFO.  

Erreicht wird dies bei den meisten Patienten mit Thalassaemia major durch 15-20ml/kg Erythrozytenkonzentrat in 3-4-wöchentlichem Abstand (Tabelle 5.1). In der Vergangenheit wurden Hypertransfusions-Schemata praktiziert,  bei denen schon bei einem Hb-Wert unter 12 g/dl eine erneute Transfusion durchgeführt wurde (9). Solche Schemata führten zu einer raschen Eisenüberladung, die oft nur schwierig durch Deferoxamin zu kontrollieren war.  

Transfusionstherapie bei ß-Thalassämie

Therapiebeginn

Hb < 8 g/dl

Basis-Hämoglobin

> 9-10 g/dl

Transfusionsintervall

3-4 Wochen

Transfusionsmenge

(Erythrozytenkonzentrat 60 %)

15-20 ml/kg

 Tab. 1: Richtgrößen bei  der Transfusionstherapie bei ß-Thalassämie.

Die Transfusionsgeschwindigkeit muss dem klinischen Zustand des Patienten angepasst werden. Bei neu diagnostizierten Patienten mit länger bestehender schwerer Anämie sollte eine vorsichtige und langsame Transfusion durchgeführt werden, um eine kardiale Belastung zu verhindern.

Das Hauptrisiko der lebenslangen Transfusionstherapie besteht in der Eisenüberladung. Darüber hinaus kann es zur Alloimmunisierung kommen und Antikörper-Suchtests sollten einmal pro Jahr angefordert werden. Einige Behandlungszentren empfehlen deshalb die Verwendung von Präparaten, die bezüglich aller Rhesus-Antigene identisch sind. Solange bei einem CMV-negativen Patienten mit Thalassämie die Option für eine Stammzelltransplantation gegeben ist, sollten CMV-negative Erythrozytenkonzentrate transfundiert werden, um das Risiko der CMV-Reaktivierung nach Transplantation zu minimieren. Viele Patienten mit Thalassämie entwickeln im Laufe der Zeit eine ausgeprägte Splenomegalie. Der damit verbundene Hypersplenismus führt zu einem gesteigerten Transfusionsbedarf. Die Menge an verabreichten Erythrozytenkonzentraten in ml bzw. g sollte dokumentiert werden, bei  einem Verbrauch über 250 ml/kg x Jahr kann eine Splenektomie indiziert sein (10). 

Nach vielen Jahren regelmäßiger Transfusionen gibt es bei einigen Patienten das Problem des venösen Zugangs. Gelegentlich wird dann die Implantation eines Port-a-Cath-Katheters notwendig. Die Hauptprobleme sind hier die Katheterinfektion und –obstruktion. Erstere lässt sich durch Vancomycin bzw. Teicoplanin behandeln, bei letzterer ist die Applikation von 5000-10000 E Urokinase in das Volumen des Porth-Systems wirksam. Wenn Ausbildung und Beruf geringe Fehlzeiten erforderlich machen, können die Transfusionen auch übernacht und am Wochenende verabreicht werden.

Vor der Ära der Transfusionstherapie betrug die Lebenserwartung von Kindern mit homozygoter ß-Thalassämie oft nur wenige Jahre. Es kam zu schweren Knochendeformitäten, massiven Hepatosplenomegalien und Tod durch Herzversagen. Mit regelmäßigen Transfusionen kann nicht nur die Anämie behandelt werden, sondern es läßt sich auch den orthopädischen Problemen vorbeugen. Allerdings kommt es ohne Chelatortherapie zu endokrinen Folgeschäden, Leberfibrose und –zirrhose und die meisten Patienten versterben in der zweiten Lebensdekade an einer Herzinsuffizienz infolge der kardialen Hämosiderose (11). 

 

Eisenchelatoren

Bei Patienten mit sekundären Siderose infolge einer „Iron-loading anaemia“ oder einer reinen Transfusionssiderose  kann man in der Regel keine einfache Aderlasstherapie durchführen. In Fällen mit einer leichten Anämie bestätigen Ausnahmen die Regel (12). Bei den typischen Patienten können aber ausschließlich nur eisenbindende Substanzen zur Eisenentzugstherapie herangezogen werden.

Ein Chelator (aus dem Griechischen χηλή, chelè, Kralle Schere) bindet als Ligand reversibel an ein Metallion. Im Falle von Eisen können biologische oder synthetische Chelatoren die Eigenschaften des Metallions besonders stark verändern, denn der leichte Wechsel der Oxidationsstufe, des Reduktionspotentials, der Koordinationszahl, des Elektronenspins, des Ligandentyps, -gleichgewichts und -dynamik zeichnet Eisen in biologischen Systemen in besonderem Maße aus.

Biologische eisenbindende Liganden, Siderophore, sind weit verbreitet und dienen z.B. Bakterien zur Bioverfügbarmachung des essentiellen Spurenelementes (13).  

 

 

 

 

 

Abb. 2:  Einfaches Modell eines „zweizähnigen“ Eisenchelators

 

Eisenchelatoren in der Chemie und Industrie sind meist kleine Moleküle, die Eisen sehr fest binden. Allgemein gilt, dass Chelatoren mit Sauerstoffliganden Fe3+ stabilisieren,  während Liganden mit N- oder S-Atomen vorzugsweise Fe2+ stabilisieren. Auf diese Weise greifen Liganden in den Redoxzyklus zwischen Fe2+ und Fe3+ ein (Abb. 5.3). Liganden, die sowohl Fe2+ als auch Fe3+ binden, können den Redoxzyklus stimulieren. Harte Liganden haben dagegen eine hohe Affinität für Fe3+ und verhindern dadurch eine Reduktion zu Fe2+ in biologischen Systemen. Die meisten Eisenchelatoren sind gerade wegen ihrer Metallbindungsfähigkeit hochgiftig und können klinisch nicht eingesetzt werden.  

Eisenchelatoren können klassifiziert werden nach Ihrem Ursprung (synthetische oder  biologische), nach der Interaktion mit Wasser (hydrophil oder lipophil) oder ihrer stoichiometrischen  Bindung mit dem Eisenatom (zweizähnig bis sechszähnig).

Grundsätzliches Ziel der Verwendung von pharmazeutischen Eisenchelatoren bei Eisenüberladungserkrankungen ist es a) reaktives freies Eisen zu „neutralisieren“ und b) überschüssiges Speichereisen zu entfernen um insgesamt eiseninduzierte Zellschäden zu verhindern. Außerdem wird der antineoplastische Effekt von Eisenchelatoren z.B. beim Neuroblastom und bei Hirntumoren untersucht. (15, 16). 

 

   

 

 

 


Abb. 3. Eisen-Redoxzyklus mit der Bildung von reaktivem Fe2+, welches bei der Synthese von „reaktiven oxidativen Spezies“ beteiligt ist. Liganden (auch Eisenchelatoren)  können den Redoxzyklus entweder stimulieren oder unterbrechen. (modifiziert nach 14)

 

Bisher haben nur wenige Chelatoren Einzug in die Therapie der Eisenüberladung beim Menschen gefunden.  Das Anforderungsprofil an einen idealen Eisen-Chelator ergibt sich aus der klinischen Anforderung:

-         orale Anwendbarkeit

-         gute Gewebepenetration

-         leichte Mobilisierbarkeit des Eisen-Chelatorkomplexes

-         möglich geringe Toxizität, möglichst hohe therapeutische Breite

-         möglichst niedriger Preis für eine evtl. lebenslangen Therapie 

 

Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die Wirksamkeit von Eisenchelatoren ist insgesamt begrenzt, die therapeutische Breite der bekannten Eisenchelatoren ist nicht sehr hoch und die Wirksamkeit ist unterschiedlich für verschiedene Gewebe. Das Erreichen von sicheren Eisenkonzentrationen ist daher nur über Monate oder Jahre einer gut angepassten und vom Patienten auch zuverlässig durchgeführten Therapie möglich, wobei nicht gut definiert ist, was auf lange Sicht „sichere Eisenkonzentrationen“ eigentlich sind. Klar ist, dass es für die wichtigen Organe Blut, Leber, Herz unterschiedliche kritische bzw. „sichere” Eisenkonzentrationen gibt. Im Blut zirkulieren relativ gesehen nur geringe Eisenmassen (20-30 mg/Tag). Bei Eisenüberladung ist sehr schnell die Bindungskapazität von Transferrin überschritten und es kommt zur Bildung von nicht-Transferrin-gebundenem Eisen (NTBI) das in der Pathophysiologie der Eisenschädigung bei Eisenüberladung eine besondere Bedeutung zukommt. In der Leber befindet sich ein großer Anteil des überschüssig gespeicherten Eisens, bei Patienten mit ß-Thalassämie mehr als 80 %. Daher ist das Lebereisen ein Hauptangriffspunkt der Eisenchelatortherapie. Herzversagen ist häufig die lebensbegrenzende Komplikation bei Patienten mit ß-Thalassämie, wobei die Mengen an Speichereisen im Herzen auch in schweren Fällen nur ein Bruchteil des Lebereisens ausmacht. Offenbar gehören aber Zellen des Herzen zu den empfindlichsten Zellen überhaupt,  was eine Schädigung durch Eisen angeht. Individuell besteht keine gute Korrelation zwischen Eisenspeicherung in der Leber und im Herzen. Um eine negative Eisenbilanz bei einem chronisch transfundierten Patienten zu erreichen müssen mehr als 0.4-0.5 mg Fe/kg täglich entfernt werden können.

Eisenchelatoren müssen mit zwei prinzipiellen Eisenkompartimenten wechselwirken: dem intrazellulären Eisenpool, z.B. von Hepatozyten, in dem ein Großteil des überschüssigen Speichereisens abgelagert ist und dem Eisenpool im Monozyten/Makrophagen-System, die mit dem Abbau von Erythrozyten beschäftigt sind.   Hierbei zeigen sich große Unterschiede zwischen verschiedenen Eisenchelatoren und es resultieren unterschiedliche Ausscheidungswege für cheliertes Eisen über die Galle oder über die Nieren. 

 

Siderophoren

Von Siderophoren abgeleitet sind Deferoxamin (DFO), Desferrithiocin (DFT) und Desferri-exochelin (D-Exo). DFO ist z.Zt. die erste Wahl bei der Behandlung von sekundären Hämosiderosen und wird ausführlich in Kapitel 6 behandelt. 

DFT ist ein dreizähniger Ligand für Fe 3+ aus dem Bakterium Streptomyces antibioticus DSM 1865. Es ist oral wirksam und kann im Tiermodell überschüssiges Eisen mobilisieren (18).

Es zeigt leider eine schwere Nephrotoxizität was auf den cytotoxischen Effekt von (DFT)2:Fe zurückgeführt wird. Es wurde eine ganze Reihe von Derivaten synthetisiert, um besser verträglichere Varianten zu entwickeln. Im Tierversuch erfolgreich und wenig toxisch ist  das Derivat   4-Hydroxy-desazadesferrithiocin (19). Versuche am Menschen wurden bisher nicht durchgeführt.

D-exo gehört zu einer Gruppe von sechszähnigen Siderophoren aus Mycobakterium tuberculosis, die sowohl lipophile als auch hydrophile Eigenschaften hat, was eine gute Zellpermeabiliät verspricht. In-vitro Versuche zeigen eine Eisenmobiliserungkapazität aus Ferritinproben.

5.2.2.   Synthetische Eisenchelatoren

Zu den synthetischen Eisenchelatoren gehören die Hydroxypyridinone mit Deferipron (DFP) als Hauptverbindung (s. Kap. 8), die 1,2,4-Triazole mit ICL670 als klinisch neu eingeführtes Medikament, die Tachypyrine, Aroylhyrazone und die Thiosemicarbazone (20, 21).

Grundsätzlich kann bei den Chelatormolekülen die Anzahl der in einem Molekül vorhandenen Sauerstoff- oder Stickstoffatome variieren, die an der Komplexbindung mit Eisen beteiligt sind. Es resultieren 2,3- oder 6-zähnige Eisenchelatoren (Abb. 5.4.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 4 Verschiedene Koordination von Komplexen zwischen Liganden und Eisen bei Eisenchelatoren

 

Es gibt von der Struktur her prinzipielle Unterschieden zwischen 2- und 3-zähnigen Chelatoren. So können z.B. zweizähnige Chelatoren ausschließlich mit Sauerstoffatomen in der Bindung besetzt werden, was zu neutralen Chelatkomplexen mit Fe(III) und zu einer hohen Metallselektivität führt (21).

In den folgenden Kapiteln werden nur die inzwischen für die Therapie am Patienten zugelassenen Eisenchelatoren näher besprochen. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der Eisenchelatoren DFO, DFP und DSX.

In Zellkulturversuchen wurde vergleichend die Wirksamkeit von verschiedenen Chelatoren in den für den Eisenstoffwechsel bei Eisenüberladung wichtigsten Zelltypen Makrophagen/Hepatozyten/Cardiomyozyten untersucht (22).

 

 

 

Deferoxamin

(DFO)

Deferipron

(DFP, L1, CP20)

Deferasirox

(DSX)

Molekulargewicht

560

139

373

Fe:Chelator-Komplex

1:1

1:3

1:2

pM*

27.7

19

22.5

Eigenschaft als Ligand

Sechszähnig

(„hexadentate“)

zweizähnig ("bidentate")

Dreizähnig

(„tridentate“)

intestinale Absorption

vernachlässigbar  gering

rasch, evtl. im Magen, Plasma-Peak nach 45 min

Rasch

Plasma-Clearance, T 1/2

34min

53-166 min

11-19 Stdn.

Eisenausscheidung

 

Leber, Niere

> 80 % Nieren

nur Leber

Therapeutische Dosis:

 

30-50 mg/kg/Tag

75 (-100) mg/kg/Tag

10-30 mg/kg/Tag

Klinische Erfahrungen

31 Jahre

17 Jahre

Zulassungsstudien((ca. 2 Jahre)

Nebenwirkungen

Ototoxizität, Retinale Toxizität, Wachstumshemmung, lokale + systemische Allergien

Agranulozytose, Arthropathie,Zinkmangel,

gastrointestinale Beschwerden

Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schmerzen, Hautausschlag, Anstieg Serum-Kreatinin

*pM = -log[Fe3+ ], wenn [Fe3+] total  ist 10-6 M und [ligand] total = 10-5 M bei pH 7.4

Der pM-Wert ist in Analogie zum pH-Wert ein Maß für die Eisenkonzentration, die nach Einsatz eines Chelators unter Standdardbedingungen noch frei vorliegt

 

Tabelle 2: Vergleich der Eigenschaften von verschiedenen Eisenchelatoren

 

Dabei wurde die Reaktion von intrazellulärem Eisen mit fluoreszierenden Substanzen, wie zum Beispiel Calcein verfolgt, die nach Eisenbindung ihre Eigenschaften verändern. Unter geeigneten Bedingungen konkurriert der zu untersuchende Chelator mit der fluoreszierenden Probe.

 

 

DFO

DFP

DSX

Kompartment

D

E

D

E

D

E

Zytosol

-

+

+++

+

++++

+

Endosomen

-

+

++

+

+++

+

Mitochondrien

-

-

+

-

+

-

 

Tab.3.: Fähigkeit von verschiedenen Eisenchelatoren, in Zellen bzw. Zellkompartments zu permeiren und dort mit dem Komplex aus Eisen und fluoreszierenden Chelatoren zu reagieren. D, Aufnahme durch Diffusion; E, Aufnahme durch Endozytose. Untersuchung an Maus-Makrophagen J774, Hepatozyten (humane Hepatoma HepG2) und Cardiomyozyten (H9C2). (modifiziert nach 22).

 

Die Ergebnisse deuten daraufhin, dass die chelierende Wirkung von DFO auf intrazelluläres Eisen relativ langsam ist, aber in Zellen mit hoher endozytischer Aktivität gesteigert ist. DFP und DSX permeieren sehr schnell in die meisten Zelltypen und haben direkten Zugang zu den intrazellulären Eisenspeichern (Tabelle 3).    

Klinische Überwachung einer Eisenchelatorbehandlung

Der Beginn der Eiseneliminationstherapie ist üblicherweise indiziert, wenn die Serum-Ferritinkon­zentration bei der regelmäßigen Bestimmung wiederholt oberhalb von 1000 ng/ml liegt (und ein vorüber­gehender, z.B. inflammationsbedingter, Anstieg ausgeschlos­sen scheint) oder wenn der Lebereisengehalt 3,2 mg/g Lebertrockengewicht über­steigt Serumferritin-Werte sind allein kein sehr zuverlässiger Parameter der Körpereisenbeladung, insbesondere bei gleichzeitig vorhandener Lebererkrankung (23). Patienten, die mit Eisenchelatoren behandelt werden, sollten hinsichtlich der Lebereisenkonzentration, Folgeerkrankungen einer Eisenüberladung, aber auch den Nebenwirkungen der Eisenchelator-Behandlung überwacht werden. Tabelle 5.4. gibt orientierende klinische Empfehlungen zur Überwachung von Kindern und Jugendlichen mit Thalassämie unter Behandlung mit Deferoxamin. Die Lebereisenbestimmungen sollten idealerweise nicht-invasiv durchgeführt werden.

Parameter

Häufigkeit pro Jahr

Compliance /Nebenwirkungen

12

Serum-Ferritin          

4

Lebereisenkonzentration

nicht-invasiv, bzw. Leberbiopsie

1

Dosis Eisenchelator (mg/kg/d)

1

Bedarf an EKZ (ml/kg/anno)

1 

TSH, fT4

2

HbA1c, OGTT

2  (ab 10. Lj)

Parathormon

2

Pubertätsstatus

LH, FSH, Östradiol, Testosteron

2  (ab 10. Lj)

Längenwachstum und Sitzhöhe (Perzentilenkurven)

2 (bis 18. Lj)

ALAT, Bilirubin, Kreatinin

2

Hepatitis B, C. ggf. CMV

1

Antikörpersuchtest

1

Ca, Phosphat, Alk. Phosphatase, Vit. D

1

Knochendichtemessung

1

Röntgen Hand- und Kniegelenke sowie Wirbelsäule

1 

Zink i. S.

1

Abdomensonographie

1

EKG, Herzecho

1

Langzeit-EKG           

1  (ab 12 Lj)

Audiometrie

2

Augenärztliche Untersuchung mit Visustestung, Farbsehen, Funduskopie

2

Neuere Verfahren

 

Kardiale T2*-Messung im MRT

 

Lebereisenbestimmung mittels Leber-MRT

 

Nicht-transferrin-gebundenes Eisen im Serum, NTBI

 

 

 

 Tab 4:           Klinische Überwachung einer Eisenchelatorbehandlung mit Deferoxamin  bei Patienten mit ß-Thalassämie.

 

Je nach Transfusionsmenge wer­den diese Grenzwerte bei den meisten Patienten nach 10-20 Transfusionen erreicht. In die Entscheidung zum Be­ginn der Chelattherapie gehen vor allem bei Kleinkindern neben den genannten Parametern Überlegungen zur Nut­zen-/Risikoabwägung unter Berücksichtigung bekannter Nebenwirkun­gen der Chelat-bildenden Medikamente (z.B. Wachstumsstörung bei zu frühem Beginn einer Thera­pie mit Deferoxamin) ein. Bei älteren Patienten, z.B. mit MDS, ist auch die allgemeine Prognose der Grunderkrankung zu berücksichtigen, um die Patienten nicht unnötig mit einer zusätzlichen Therapie zu belasten, deren Nutzen nicht mehr erlebt wird. Im Verlauf der Eiseneliminationstherapie ist die stetige Über­prüfung der Chelatordosis in Relation zur vorliegenden Eisenüberladung wichtig, um die Balance zwischen Effektivität und Toxizität zu halten. Vor Beginn oder bei Anpassung der Chelattherapie muß das Ziel dahingehend definiert werden, ob eine Reduktion der bestehen­den Eisenüberladung oder aber nur eine Vermeidung zusätzlicher Eisenablagerung ange­strebt wird. Als Beispiel sind in Tabelle 5.4 diagnostische Parameter in der klinischen Überwachung von Thalassämiepatienten dargestellt. Diese Angaben sind krankheitsspezifisch verschieden.

Mit der Technik des kernspintomographischen Nachweises von myokardialen Eisenablagerungen, deren Validierung noch aussteht, gibt es vielleicht bald die Möglichkeit auch die kardiale Hämosiderose zu überwachen. Mit dieser Technik gibt es erste Hinweise, dass bei Patienten mit Thalassämie myokardiales Eisen nicht immer mit hepatischen Eisenkonzentrationen korreliert (24).

Stammzelltransplantation

Die Knochenmark- oder Stammzelltransplantation, SZT, ist derzeit die einzige kurative Therapieoption für Patienten mit Thalassämie, die durch die Verbesserungen der konventionellen Therapie bei guter Compliance zwar inzwischen deutlich länger leben, eine höhere Lebensqualität genießen und eigene Familien haben können, aber die Last einer chronischen Erkrankung mit dem Risiko für Folgeerkrankungen und kürzere Lebenserwartung tragen müssen. Der konkreten Hoffnung auf Heilung nach SZT stehen allerdings auch  konkrete Risiken gegenüber, wie transplantationsassoziierte Mortalität, akute und chronische Graft-versus-Host-Erkrankung und Transplantatabstossung mit Rückkehr der Erkrankung.  Die erste SZT bei Thalassämie wurde in Seattle, USA 1981 bei einem 15 Monate alten Jungen aus Pavia durchgeführt (25). Seither sind an vielen Zentren weltweit Knochenmarktransplantationen durchgeführt worden. Die häufigste zur Anwendung kommende Konditionierung besteht aus Busulfan und Cyclophosphamid. Die größten Serien wurden von Lucarelli und Mitarbeitern aus Pesaro, Italien, publiziert, wo inzwischen mehr als 1000 Patienten transplantiert wurden (26). Hier wurde auch ein Risikoschema evaluiert, mit dem die transplantationsassoziierte Toxizität und Mortalität abgeschätzt werden kann. Es beinhaltet Hepatomegalie, portale Fibrose und die Qualität der Chelatbehandlung vor Stammzelltransplantation und definiert 3 Risikogruppen, Pesaro class 1-3. Tabelle 5.5. und Abb. 5.5 zeigen die berühmten Daten aus der Arbeit von 1990 an 99 transplantierten Thalassämie-Patienten (27).

Befund

Class1                  (n=39)

Class2                     (n=36)

Class3                   (n=24)

mittleres  Alter (Jahre)

6.5 (1-13)

10.5 (3-15)

12 (5-15)

regelmäßige Chelatortherapie

26

12

1

Hepatomegalie

0

4

24

portale Fibrose

0

32

24

 

Tabelle 5: Pesaro-Klassifizierung von Thalassämie-Patienten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 5.: Wahrscheinlichkeit von der ereignisfreien Überlebenszeit bei 99 Patienten mit ß-Thalassämaemia major nach Knochenmarktransplantation. Ein Ereignis wurde definiert als Abstoßung, Wiederauftreten von Thalasämie oder Tod.  

 

Bei Transplantation von HLA-identischem Geschwister ist derzeit die Wahrscheinlichkeit für ein krankheitsfreies Überleben in den Risikogruppen 1 und 2, 91% bzw. 84%. Patienten in der Risikogruppe 3 hatten bislang die schlechtesten Ergebnisse, insbesondere wegen einer 30-% Abstoßungsrate und einer 20 %igen Mortalität (28). Mit einem neuen Konditionierungsschema, welches neben Busulfan und Cyclophosphamid Hydroxyharnstoff, Azathioprin und Fludarabin beinhaltet konnte bei 33 Patienten unter 17 Jahren in der Risikogruppe 3 eine Verbesserung des Überlebens auf 93% und eine Verminderung der Abstossungsrate auf 8% erzielt werden (29).

Ist ein HLA-identischer verwandter Spender vorhanden, empfiehlt es sich, die Transplantation möglichst noch vor dem Schulalter durchzuführen. Die systemische Exposition gegenüber oralem Busulfan ist interindividuell unterschiedlich und bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Sie scheint einen Einfluss auf Hepatotoxizität und Abstossungsrate zu haben. Ein pharmakokinetisches Monitoring mit Dosisanspassung kann möglicherweise helfen, beide Probleme zu vermindern (30). Verbesserungen sind auch von dem seit kurzem erhältlichen, intravenösen Busulfan zu erwarten (31).   

Bei Transplantation von unverwandten Spendern wurde kürzlich in einer Gruppe von 68 Patienten zwischen 2 und 37 Jahren (medianes Alter 15) mit 14 Patienten in Risikoklasse 1, 16 in Klasse 2 und 38 in Klasse 3 ein Überleben von 79,3%, ein Thalassämie-freies Überleben von 65,8%, eine transplantationsassoziierte Mortalität von 20,7% und eine Abstossungsrate von 14.4% berichtet. 62% der Patienten erhielten eine Konditionierung mit Busulfan, Thiotepa und Cyclophosphamid, 25% Busulfan und Cyclophosphamid und 13% Busulfan, Thiotepa und Fludarabine (32). Diese guten Ergebnisse für Fremdspendertransplantation beruhen auf Fortschritten bei Konditionierung, GvHD-Prophylaxe und hochauflösender HLA-Typisierung.

Eine besondere Beachtung verdient das Problem der sekundären Eisenüberladung in transplantierten Thalassämie-Patienten. Zwar sistiert das Problem nach erfolgreicher SZT und es findet sich eine langsame Abnahme der Lebereisenkonzentration bei diesen Patienten über die folgenden Jahre (33). Doch um Gewebetoxizität und Folgekrankheiten zu vermeiden, wird meist eine Phlebotomie-Behandlung bzw. Eisenchelatorbehandlung notwendig (34-36).

Patienten mit hämatologischen Neoplasien können im Rahmen ihrer Chemotherapie, ggf. Rezidivbehandlung und Stammzelltransplantation eine große Zahl von Erythrozytenkonzentraten erhalten und sind damit ebenfalls den Gefahren einer Transfusionshämosiderose ausgesetzt (37). Mit der nichtinvasiven Bestimmung der Lebereisenkonzentration im Biomagnetometer,  wurde eine prospektive Untersuchung an  Langzeitüberlebenden nach SZT durchgeführt, die ergab, daß 11% der Patienten einen Grad der Leberhämosiderose aufweisen, der bei Thalassämie-Patienten mit endokrinen Folgeschäden assoziiert ist. 3% wiesen eine Eisenüberladung auf, welche bei Thalassämie-Patienten mit früher Mortalität aufgrund einer Kardiomyopathie einhergehen (36). Dabei korrelierte die Lebereisenkonzentration nur mäßig mit Serumferritinwerten und der transfundierten Menge an Hämoglobin. Eine wiederholte Überladung des Plasmaeisenpools während der Chemotherapie mit Auftreten von nicht-transferrin-gebundenem Eisen, NTBI (37), die auf einer Hemmung der Erythropoese beruht, trägt bei diesen Patienten möglicherweise zur Eisenbeladung parenchymatöser Organe bei (39). Patienten nach SZT und Patienten nach längerer konventioneller Chemotherapie sollten daher auf eine chronische Eisenüberladung hin untersucht und, bei Überschreitung potentiell toxischer Werte, einer Phlebotomiebehandlung zugeführt werden.  

 

Experimentelle Behandlungsoptionen

Die Imbalance der Globinkettensynthese bei der Thalassämie kann durch eine vermehrte Synthese von γ-Globin und damit der Bildung von HbF (α2 γ2) gemildert werden. Versuche der medikamentösen HbF-Induktion mit Medikamenten wie Hydroxyharnstoff, 5-Azacytidin und verschiedene Butyrat-Derivate haben, anders als bei der Sichelzellanämie, bei der β-Thalassämie allerdings keinen wirklichen Erfolg gezeigt (40). Ein Grund ist möglicherweise die gleichzeitige Hemmung der Erythropoese bei vielen der eingesetzten Substanzen, die den positiven Effekt einer HbF-Induktion auf die Anämie z.T. antagonisieren. Die gleichzeitige Verabreichung von Erythropoetin könnte einen positiven Nettoeffekt auf die Anämie bewirken. Auch Derivate kurzkettiger Fettsäuren sind in dieser Hinsicht vielleicht hoffnungsvoller, da sie neben der Hämoglobin-F-Synthese auch die Erythropoese stimulieren können (41).  

Ein alpha-Hämoglobin stabilisierendes Protein ist kürzlich identifiziert worden, welches freie alpha-Ketten stabilisiert und dadurch das Entstehen freier Radikale und die oxidative Schädigung von Erythrozyten verhindern kann. Im murinen Modell scheint das Protein den klinischen Schweregrad zu modifizieren, die Anwendung bei Patienten hat bislang keinen Erfolg gezeigt (42). Eine Verminderung von Lipidperoxidation in Erythrozyten wurde bei Thalassämie-Patienten durch die Gabe von Vitamin E erreicht (43). Andere Antioxidantien könnten therapeutisch nützlich sein.  

Patienten mit Thalassämie weisen inadäquat niedrige Hepcidinspiegel auf (44) und mit ihrem Serum kann die Hepcidin mRNA-Expression in HepG2 Zellen gehemmt werden (45). Hepcidin oder Substanzen, die eine Hepcidinexpression fördern, könnten daher helfen die intestinale Eisenabsorption zu hemmen (vergl. Kap. 3).

 

Gentherapie

Um Patienten mit β-Thalassämie zu heilen ohne hämatopoetische Stammzellen eines gesunden Spenders zu transplantieren, müsste es gelingen das β-Globingen in autologe hämatopoetische Stammzellen zu transferrieren und dort eine bleibende hohe Expression zu bewirken. Ein Expressionsgrad von 50% der α-Globingen-Expression wäre ausreichend, um den Phänotyp einer heterozygoten β-Thalassämie zu erzeugen. Mit neueren, Lentivirus- Vektoren, die auf dem HIV-Virus basieren und auch nicht teilungsaktive Zellen infizieren können, ließ sich die β-Thalassämie im Mausmodell bereits erfolgreich von zwei Arbeitsgruppen korrigieren (46, 47). Erhebliche Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Anwendung am Menschen kommen von den ersten Gentherapien bei Kindern mit  angeborener, schwerer Immunschwäche (SCID), bei denen zwei der behandelten Patienten, durch Integration des therapeutischen Genes in die Nachbarschaft des dadurch aktivierten Proto-Onkogens LMO2, 2 ½ und 3 Jahre später eine lymphoproliferative Erkrankung bekamen (48). Fortschritte in der Vektortechnologie mögen in nicht allzu ferner Zukunft solche Sicherheitsrisiken kontrollieren können. Ein weiterer Nachteil besteht in der Notwendigkeit, wie bei der allogenen Stammzelltransplantation weiterhin eine toxische myeloablative Konditionierung mit Zytostatika durchführen zu müssen, damit gentherapeutisch veränderte autologe Stammzellen ausreichend anwachsen und expandieren können. Vielleicht ist es irgendwann möglich, genetisch korrigierte autologe Stammzellen ex vivo zusätzlich so zu manipulieren, dass sie einen bedeutsamen Überlebensvorteil gegenüber den kranken Stammzellen des Patienten gewinnen, um so eine Konditionierungsbehandlung umgehen zu können. Eine Phase I/II Klinische Studie zur Gentherapie an Patienten mit β-Thalassämie und Sichelzellanämie wurde von der Firma Genetix Pharmaceuticals, Cambridge, Massachusetts 2005 angekündigt (49).

 

Literatur

1.         Use of blood products for elective surgery in 43 European hospitals. The Sanguis Study Group. Transfus Med 1994; 4:251-268

2.         Centis F, Tabellini L, Lucarelli G, Buffi O, Tonucci P, Persini B, Annibali M, Emiliani R, Iliescu A, Rapa S, Rossi R, Ma, Angelucci E, and Schrier SL. The importance of erythroid expansion in determining the extent of apoptosis in erythroid precursors in patients with ß-thalassemia major. Blood 2000; 96:3624-3629

3.         Pootrakul P, Sirankapracha P, Hemsorach S. A correlation of erythrokinetics, ineffective erythropoiesis, and erythroid precursor apoptosis in Thai patients with thalassemia. Blood 2000; 96:2606-2612

4.         Caffey J. Cooley’s anemia: a review of the roentgenographic findings in the skeleton: Hickey lecture, 1957. Am J Roentgenol Radium Ther Nucl Med 1957; 78: 381-391

5.         Choremis C, Liakakos D, Tseghi C, Moschovakis C. Pathogenesis of osseous lesions in thalassemia. J Pediatr 1965; 66:962-963

6.         Orkin SH, Nathan DG. The Thalassemias. In: Nathan and Oski’s Hematology of infancy and childhood. Nathan DG, Orkin SH, Ginsburg D, Look AT (Eds.), 6th Ed., Saunders, 2003; 843-919

7.         Cunningham MJ, Macklin EA, Neufeld EJ, Cohen AR. Complications of ß-thalassemia major in North America . Blood 2004; 104:34-39

8.         Old JM, Olivieri NF , Thein SL. Diagnosis and management of thalassaemia. In: Weatherall DJ, Clegg B, eds. The thalassaemia syndromes. 4th ed. Oxford , England : Blackwell Science, 2001; 630-685

9.         Cazzola M, De Stefano P, Ponchio L, Locatelli F, Beguin Y, Dessi C, Barella S, Cao A, Galanello R. Relationship between transfusion regimen and suppression of erythropoiesis in beta-thalassaemia major. Br J Haematol 1995; 89:473-478

10.       Graziano JH, Piomelli S, Hilgartner M, Giardina P, Karpatkin M, Andrew M, Lolacono N, Seaman C. Chelation therapy in thalassemia major. III. The role of splenectomy in achieving iron balance. J Pediatr 1981; 99:695-699

11.       Nathan DG. Thalassemia: The continued challenge. Ann NY Acad Sci 2005; 1054:1-            10

12.       Hofmann WK, Kaltwasser JP, Nielsen P, Gabbe EE, Hoelzer D. Successful treatment  of iron overload by phlebotomies in a patient with severe congenital dyserythropoietic anemia type II. Blood  1997; 89:3068-3069

13.       Neilands JB. Siderophores: structure and function of microbial iron transport compounds. J Biol Chem 1995; 270:26723–26726

14.       Lovejoy DB, Richardson DR. Iron chelators as anti-neoplastic agents: current developments and promise of the PIH class of chelators. Curr Med Chem 2003; 10:1035-1049

15.       Dayani PN, Bishop MC, Black K, Zeltzer PM. Desferoxamine (DFO) – mediated iron chelation: rationale for a novel approach to therapy for brain cancer. J Neurooncol 2004; 67:367-377

16.       Nalinowski DS, Richardson DR . The Evolution of Iron Chelators for the Treatment of Iron Overload Disease and Cancer. Pharmacol Rev  2005; 57:547–583

17.       Buss JL, Greene BT, Turner J, Torti FM, and Torti SV (a) Iron chelators in cancer chemotherapy. Curr Top Med Chem  2004; 4:1623–1635

18.       Bergeron RJ, Huang G, Weimar WR, Smith RE, Wiegand J, and McManis JS. Desferrithiocin analogue based hexacoordinate iron(III) chelators. J Med Chem 2003; 46:16–24

19.       Bergeron RJ, Wiegand J, Weimar WR, Vinson JRT, Bussenius J, Yao GW, McManis JS. Desazadesmethyldesferrithiocin analogues as orally effective iron chelators. J Med Chem 1999; 42:95–108

20.       Nick HP, Acklin P, Lattmann R, Buchlmayer P, Hauffe S, Schupp J, Alberti  D.  Development of tridentate iron chelators: from desferrithiocin to ICL670. Current Medical Chemistry 2003; 10:1065-1076.

21.       Hider RC, Zhou T. The Design of Orally Active Iron Chelators. Ann NY Acad Sci 2005; 1054:141–154

 

22.       Glickstein H, Ben El R, Shvartsman M, Cabantchik ZI Intracellular labile iron

pools as direct targets of iron chelators: a fluorescence study of chelator action in living cells.

Blood 2005;106:3242-3250

23.       Brittenham GM, Cohen AR , McLaren CE, Martin MB, Griffith PM, Nienhuis AW, Young NS, Allen CJ, Farrell DE , and Harris JW . Hepatic iron stores and plasma ferritin concentration in patients with sickle cell anemia and thalassemia major. Am J Hematol 1993; 42:81-85

24.       Anderson LJ, Wonke B, Prescott E, Holden S, Walker JM, Pennell DJ. Comparison of effects of oral deferiprone and subcutaneous desferrioxamine on myocardial iron concentrations and ventricular function in beta-thalassemia. Lancet 2002; 360:516-520

25.       Thomas ED, Buckner CD, Sanders JE, Papayannopoulou T, Borgna-Pignatti C, De Stefano P, Sullivan KM, Clift RA, Storb R. Marrow transplantation for thalassaemia. Lancet 1982; 2:227-229

26.       Storb RF, Lucarelli G, Mc Sweeney PA, Childs RW. Hematopoietic cell transplantation for benign hematological disorders and solid tumors.
Hematology 2003; 372-397

27.       Lucarellli G, Galimberti M, Polchi P, Angelucci E, Baronciani D, Giardini C, Politi P, Durazzi SMT, Muretto P, Alberini F. Bone marrow transplantation in patients with thalassemia. N Engl J Med. 1990; 322:417-421

28.       Lucarelli G, Galimberti M, Giardini C, Polchi P, Angelucci E, Baronciani D, Erer Bu, Gaziev D. Bone Marrow Transplantation in Thalassemia: The Experience of Pesaro. Ann NY Acad Sci 1998; 850:270-275

29.       Sodani P, Gaziev D, Polchi P, Erer B, Giardini C, Angelucci E, Baronciani D, Andreani M, Manna M, Nesci S, Lucarelli B, Clift RA, Lucarelli G. New approach for bone marrow transplantation in patients with class 3 thalassemia aged younger than 17 years. Blood 2004; 104:1201-1203

30.       Chandy M, Balasubramanian P, Ramachandran SV, Mathews V, George B, Dennison D, Krishnamoorthy R, Srivastava A. Randomized trial of two different conditioning regimens for bone marrow transplantation in thalassemia – the role of busulfan pharmacokinetics in determining outcome. Bone Marrow Transplant 2005; 36: 839–845

31.       Takama H, Tanaka H, Nakashima D, Ueda R, Takaue Y. Population pharmakokinetics of intravenous busulfan in patients undergoing bone marrow transplantation. Bone Marrow Transplant 2006; 37:345-351

32.       La Nasa G, Argiolu F, Giardini C, Pession A, Fagioli F, Caocci G, Vacca A, De Stefano P, Piras E, Ledda A, Piroddi A, Littera R, Nesci S, Locatelli F. Unrelated Bone Marrow Transplantation for β-Thalassemia Patients. The Experience of the Italian Bone Marrow Transplant Group. Ann NY Acad Sci 2005; 1054:186-195

33.       Lucarelli G, Angelucci E, Giardini C, Baronciani D, Galimberti M, Polchi P, Bartolucci M, Muretto P, Albertini F. Fate of iron stores in thalassaemia after bone-marrow transplantation. Lancet 1993; 342: 1381-1391

34.       Muretto P, Angelucci E, Lucarelli G. Reversibility of Cirrhosis in Patients Cured of Thalassemia by Bone Marrow Transplantation. Ann Intern Med 2002; 136:667-672

35.       Giardini C, Galimberti M, Lucarelli G, Polchi P, Angelucci E, Baronciani D, Gaziev D, Erer B, La Nasa G, Barbanti I, Muretto P. Desferrioxamine therapy accelerates clearance of iron deposits after bone marrow transplantation for thalassemia. Br J Haematol 1995; 89:868-873

36.       McKay PJ, Murphy JA, Cameron S, Burnett AK , Campbell M, Tansey P, Franklin IM. Iron overload and liver dysfunction after allogeneic or autologous bone marrow transplantation. Bone Marrow Transplant 1996; 17:63-66

37.       Dürken M. Akute und chronische Eisenüberladung bei hämatologisch-onkologischen Patienten. Habilitationsschrift, Universität Hamburg 2002

38.       Dürken M, Nielsen P, Knobel S, Finckh B, Herrnring C, Dresow B, Kohlschütter B, Stockschlader M, Krüger WH, Kohlschütter A, Zander AR. Nontransferrin-bound-iron in serum of patients receiving bone marrow transplants. Free Radic Biol Med  1997; 22:1159-1163

39.       Dürken M, Herrnring C, Finckh B, Nagel S, Nielsen P, Fischer R, Berger HM, Moison RMW, Pichlmeier U, Kohlschütter B, Zander AR, Kohlschütter A. Impaired plasma antioxidative defense and increased nontransferrin-bound iron during high-dose chemotherapy and radiochemotherapy preceding bone marrow transplantation. Free Radic Biol Med 2000; 28:887-894

40.       Fathallah H, Sutton M, Atweh GF. Pharmacological induction of fetal haemoglobin. Why haven’t we been more successful in thalassemia? Ann NY Acad Sci 2005; 1054:228-237

41.       Pace BS, White GL, Dover GJ, Boosalis MS, Faller DV, Perrine SP. Short-chain fatty acid derivatives induce fetal globin expression and erythropoiesis in vivo. Blood 2002; 100:4640-4648

42.       Kong Y, Zhou S, Kihm AJ, Katein AM, Yu X, Gell DA, Mackay JP, Adachi K, Foster-Brown L, Louden CS, Gow AJ, Weiss MJ. Loss of alpha-hemoglobin-stabilizing protein impairs erythropoiesis and exacerbates ß-thalassemia. J Clin Invest 2004; 114:1457-146 

43.       Tesoriere L, D’Arpa D, Butera D. Oral supplements of vitamin E improve measures of oxidative stress in plasma and reduce oxidative damage to LDL and erythrocytes in β-thalassemia intermedia patients. Free Radic Res 2001; 34:529-540

44.       Papanikolaou G, Tzilianos M, Christakis JI,. Christakis JI, Bogdanos D, Tsimirika K, MacFarlane J, Goldberg YP, Sakellaropoulos N, Ganz T, Nemeth E. Hepcidin in iron overload disorders. Blood 2005; 105:4103-4105

45.       Rachmilewitz EA, Weizer-Stern O, Adamsky K, Amariglio N, Rechavi G, Breda L, Rivella S, Cabantchik ZI. Role of iron in inducing oxidative stress in thalassemia. Can it be prevented by inhibition of absorption and by antioxidants. Ann N Y Acad Sci 2005; 1054:118-123

46.       Rivella S, May C, Chadburn A, Rivière I, Sadelain M. A novel murine model of Cooley anemia and its rescue by lentiviral-mediated human β-globin gene transfer. Blood 2003; 101:2932-2939

47.       Imren S, Fabry ME, Westerman KA, Pawliuk R, Fabry ME, Eaves CJ, Cavilla B, Wadsworth LD, Beuzard Y, Bouhassira EE, Russell R, London IM, Nagel RL, Leboulch P, Humphries RK. Permanent and panerythroid correction of murine β-thalassemia by multiple lentiviral integration in hematopoietic stem cells. Proc Nat Acad Sci 2002; 99:14380-14385

48.       Hacein-Bey-Abina S, Von Kalle C, Schmidt M, McCormack MP, Wulffraat N, Leboulch P, Lim A, Osborne CS, Pawliuk R, Morillon E, Sorensen R, Forster A, Fraser P, Cohen JI, de Saint Basile G, Alexander I, Wintergerst U, Frebourg T, Aurias A, Stoppa-Lyonnet D, Romana S, Radford-Weiss I, Gross F, Valensi F, Delabesse E, Macintyre E, Sigaux F, Soulier J, Leiva LE, Wissler L, Prinz C, Rabbitts TH, Le Deist F, Fischer A, Cavazzana-Calvo M. LMO2-Associated Clonal T Cell Proliferation in Two Patients after Gene Therapy for SCID-X1. Science 2003; 302:415-419

49.       Bank A, Dorazio R, Leboulch P. A phase I/II clinical trial of β-globin gene therapy for β-thalassemia. Ann NY Acad Sci 2005; 1054:308-316

 

 

 

 


 

  HOME
Eisenüberladung
  Ernährung
  Eisenspeicher- krankheit
 

Transfusions-siderosen

 

Diagnose

Therapie

  Deferoxamin
  Deferipron
  Deferasirox
  FAQ
  LINKS
    Herz-Fe
  SQUID (Leber)
 

Anträge bei gesetzlichen Krankenkasse

 

 

Hinweise und Kommentare bitte an Dr. Peter Nielsen
Letzte Änderung am 19.01.2010
 
Impressum