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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 "Interdisziplinäre, klinische Gruppe  Eisenstoffwechsel"  Eisenstoffwechselambulanz,       UKE- Haus  N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389Fax 040-7410-54797;                                 

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Symptome

 

Klinisches Bild der Hämochromatose

Bedingt durch die progressive Eiseneinlagerung in parenchymale Organe (vorallem Leber) kann es meist im höheren Lebensalter (ab 40-50 Jahren) zu vielfältigen klinischen Symptomen kommen (Abb.1.). Allerdings sind die Symptome nicht sehr eindeutig, sodass auch der Hausarzt oft nicht oder zu spät an Hämochromatose denkt. 

Abb. 1. Häufigkeit von Symptomen und Laborwerten bei hered. Hämochromatose. Die Stärke der Pfeile symbolisiert in etwas die Häufigkeit der vorhandenen Symptome bei Patienten. Eine schwere Herzbeteiligung, ein Diabetes und eine komplette Leberzirrhose finden wir bei unseren Patienten heute eher selten.  

Die Leber-Eisenkonzentration ist ein guter Anhalt für das Ausmaß der individuellen Eisenspeicherung. Es besteht eine Korrelation zwischen Leber-Eisen und der Häufigkeit von Leberzirrhose, Diabetes und Hautpigmentierung. Dieser Zusammenhang ist nicht gegeben für die Gelenkbeschwerden, die vor allem die Metacarpophalangealgelenke der Finger betrifft und die in einigen Fällen sogar erst nach erfolgter Eisenentzugstherapie erstmals auftritt.

Auffällig ist, dass die Häufigkeit von irreversiblen Schäden (Leberzirrhose, Diabetes) bei Diagnosestellung in den letzten Jahren stark rückläufig ist. In unserem eigenen Patientenkollektiv, dass in den letzten 8 Jahren diagnostiziert worden ist, finden sich nur noch in ca. 10 % der Fälle eine Leberzirrhose. Dies ist eindeutig auf die verbesserte Diagnostik zurückzuführen, sodass heute auch viele Fälle diagnostiziert werden, die klinisch wenig betroffen sind (Tabelle 1). 

Klinische Symptomatik

Bedingt durch die progressive Eiseneinlagerung in parenchymale Organe kann es meist im höheren Lebensalter (ab 40-50 Jahren) zu vielfältigen klinischen Symptomen kommen (7). Die Leber-Eisen­konzentration ist ein guter Anhalt für das Ausmaß der individuellen Eisenspeicherung. Es besteht eine Korrelation zwischen Leber-Eisen und der Häufigkeit von Leberzirrhose, Diabetes und Hautpigmentierung. Dieser Zusammenhang ist nicht gegeben für die Arthropathie, die vor allem die Metacarpophalangealgelenke der Finger betrifft und die in einigen Fällen erst nach erfolgter Eisenentzugstherapie erstmals auftritt (8).

   

 

Abb. 3. Häufigkeiten von Symptomen und diagnostischen Merkmalen bei hered. Hämochromatose Typ1 (Zahlenangaben unveröffentlichte Ergebnisse)

Auffällig ist, dass die Häufigkeit von irreversiblen Schäden (Leberzirrhose, Diabetes) bei Diagnosestellung in den letzten Jahren stark rückläufig ist. In unserem eigenen Patientenkollektiv, das in den letzten 8 Jahren diagnostiziert worden ist, findet sich nur noch in ca. 10 % der Fälle eine Leberzir­rhose. Dies ist zum einen auf eine verbesserte Diagnostik und frühzeitige Therapie zurückzuführen, zum anderen scheint die Penetranz der HFE-asso­ziierten Hämochromatose eher gering zu sein, sodass man heute auch viele klinisch nicht betroffene Patienten findet. Zwei große Studien wiesen eine vergleichsweise niedrige klinische Ausprägung bei in Screeningstudien neu entdeckten homozygoten C282Y-Trägern nach (9,10). Tab. 2.2:

Die C282Y-Homozygotie ist der einzig gängige Genotyp, der einen klinisch relevanten Hämochromatose-Phänotyp produziert. Andere Mutations-Konstellationen (C282Y/H63D-Compound-Heterozygotie, H63D-Homozygotie), führen nur in wenigen Einzelfällen zu signifikanten biochemischen oder klinischen Symptomen in Richtung Eisenüberladung.  Seit der Identifizierung des HFE-Gens 1996 hat es viele Untersuchungen zu möglichen modifizierende Faktoren des phenotypischen Ausprägungsgrades der Hämochromatose gegeben. Dabei wurden äußere Einflussfaktoren (Ernährung, Alkohol, Drogen, metabolisches Syndrom) genauso diskutiert wie genetische Ursachen (häufige Polymorphismen in der BMP-Hepcidinaktivierungskaskade) (11). Aktuell werden auch Variationen in der Hepcidin-Promotorregion diskutiert (12), die zu einem schweren Phänotyp mit besonders niedrigen Hepcidinspiegeln führen (13).

Diese neueren Erkenntnisse sollten insgesamt keinesfalls dazu führen, die Typ1 Hämochromatose insgesamt zu verharmlosen. Einzelne Patienten sind bereits in frühen Jahren schwer betroffen und weisen substantielle eiseninduzierte Organschäden auf, sodass in jedem diagnostizierten Fall eine konsequente, vorsorgliche Eisenentzugstherapie durch Aderlässe erfolgen sollte.  

 

 

 

Tabelle 1: Klinische Symptomatik bei hereditärer Hämochromatose

Klinische Symptome

Niederau et al. 1985

Adams et al. 1997

eigene Daten 1998

Leberzirrhose

69 %

22 %

10 %

Diabetes

 

14 %

5 %

Arthropathie

43 %

29 %

35 %

Impotenz

55 %

40 %

5 %

Hautkolorierung

75 %

38 %

22 %

asymptomatisch

 

27 %

35 %

keine Eisenüberladung

 

 

15 %

 

Heute fallen bei der Abklärung von Beschwerden und Krankheiten auf der Ebene Hausarzt/Krankenhaus früher erhöhte Laborwerte (Serum-Fe, Serum-Ferritin) auf, bevor es zu schweren Organschäden kommt. Viele Patienten sind klinisch ganz asymptomatisch und zeigen nur eine leicht-mittelgradige Eisenüberladung. Ein gewisser Teil (15-20 %) der genotypisch homozygot Betroffenen ist im klassischen Sinne überhaupt nicht eisenüberladen. Dies war in früheren Patientenkollektiven anders, wo überhaupt nur die Fälle mit phänotypisch schwerer klinischer Ausprägung zur Diagnose kamen. Neuere Arbeiten zeigen, dass überhaupt nur relativ wenige Patienten   klinisch schwer betroffen sind (Leberzirrhose, Diabetes). Es ist allerdings z.Zt. unklar, welche Patienten  schwer betroffen sind oder es ohne Therapie werden.

Im Einzelfall gibt es heute aber leider immer noch einzelne Patienten, die zu spät diagnostiziert werden. Aus der Krankengeschichte ist retrospektiv leider oft zu entnehmen, dass die Diagnose hätte eigentlich bereits viel früher hätte erfolgen können, hätte man die Symptome und Laborwerte richtig gedeutet.  

Wichtig ist, dass die erhöhten Eisenwerte im Blut (Serum-Ferritin, Serum-Eisen) ernst genommen werden und als notwendiger Anlass für eine Abklärung in Richtung Eisenüberladung genommen werden. Hier herrscht immer noch großer Nachholbedarf in der Information für den Patienten und in der Aus- und Fortbildung von Medizinern.

 

 

 

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Hinweise und Kommentare bitte an Dr. Peter Nielsen
Letzte Änderung am 19.01.2010
 
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