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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf "Interdisziplinäre, klinische Gruppe Eisenstoffwechsel" Eisenstoffwechselambulanz, UKE- Haus N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389; Fax 040-7410-54797; |
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Genetische
Eisenüberladung, hereditäre
Hämochromatose Der
Begriff Hämochromatose geht auf von Recklinghausen zurück, der fälschlicherweise
Hämoglobin als Ursprung der Eisenablagerung in der Leber ansah.
Unter diesem Begriff wurde anfangs eine Eisenüberladung bei
unterschiedlichen Grunderkrankungen verstanden (3,4). Die heute gängige
Bezeichnung der hereditären (Synonym: idiopathische, primäre)
Hämochromatose wurde dann einige Zeit allein für die
HLA-assozierte, genetisch bedingte Form der Eisenüberladung
verwendet (5). Heute
kennen wir unter dem Begriff vier verschiedene genetische Formen
der Hämochromatose (+ Tab.
2.1), die als Typ1 bis Typ 4 bezeichnet werden (6).
Diese
Form der hereditären Hämochromatose ist eine der häufigsten
monogen vererbten Krankheiten der kaukasischen Bevölkerung
Nordeuropas, Amerikas, Australiens. Die Homozygoten-Frequenz ist
ungefähr 1 auf 300 Personen in der Normalbevölkerung. Die
Gen-Frequenz ist 1:20, die Heterozygotenhäufigkeit ist 1 auf 10
Normalpersonen (6). Die Genhäufigkeit legt nahe, dass die
heterozygote Form einen Selektionsvorteil in der Evolution geboten
hat. Heterozygote
Genträger haben gegenüber der Normbevölkerung eine leicht
positive Eisenbilanz, was während
ausgedehnter Hungerphasen, bei häufigen Schwangerschaften oder für
eine verbesserte Abwehr gegen Infektionen hilfreich gewesen sein
kann. Bedingt
durch die progressive Eiseneinlagerung in parenchymale Organe kann
es meist im höheren Lebensalter (ab 40-50 Jahren) zu vielfältigen
klinischen Symptomen kommen (7). Die Leber-Eisenkonzentration
ist ein guter Anhalt für das Ausmaß der individuellen
Eisenspeicherung. Es besteht eine Korrelation zwischen Leber-Eisen
und der Häufigkeit von Leberzirrhose, Diabetes und
Hautpigmentierung. Dieser Zusammenhang ist nicht gegeben für die
Arthropathie, die vor allem die Metacarpophalangealgelenke der
Finger betrifft und die in einigen Fällen erst nach erfolgter
Eisenentzugstherapie erstmals auftritt (8).
Die
C282Y-Homozygotie ist der einzig gängige Genotyp, der einen
klinisch relevanten Hämochromatose-Phänotyp produziert. Andere
Mutations-Konstellationen (C282Y/H63D-Compound-Heterozygotie,
H63D-Homozygotie), führen nur in wenigen Einzelfällen zu
signifikanten biochemischen oder klinischen Symptomen in Richtung
Eisenüberladung. Seit
der Identifizierung des HFE-Gens 1996 hat es viele Untersuchungen
zu möglichen modifizierende Faktoren des phenotypischen Ausprägungsgrades
der Hämochromatose gegeben. Dabei wurden äußere
Einflussfaktoren (Ernährung, Alkohol, Drogen, metabolisches
Syndrom) genauso diskutiert wie genetische Ursachen (häufige
Polymorphismen in der BMP-Hepcidinaktivierungskaskade) (11).
Aktuell werden auch Variationen in der Hepcidin-Promotorregion
diskutiert (12), die zu einem schweren Phänotyp mit besonders
niedrigen Hepcidinspiegeln führen (13). Diese
neueren Erkenntnisse sollten insgesamt keinesfalls dazu führen,
die Typ1 Hämochromatose insgesamt zu verharmlosen. Einzelne
Patienten sind bereits in frühen Jahren schwer betroffen und
weisen substantielle eiseninduzierte Organschäden auf, sodass in
jedem diagnostizierten Fall eine konsequente, vorsorgliche
Eisenentzugstherapie durch Aderlässe erfolgen sollte. Die
erschöpfende Aderlasstherapie (ca. 500 ml Blutentzug = 250 mg
Eisen/Woche) ist nach wie vor die effektivste Behandlungsmöglichkeit
bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit (14). Es wird solange
therapiert, bis sich eine leichte Eisenmangelanämie (Hb stabil
< 12 g/dl, Serum-Ferritin < 30 µg/l) einstellt. Es
folgt dann später eine Erhaltungstherapie
(3-6 Aderlässe/Jahr), die weiter überschüssig aufgenommenen
Eisenmengen gleich entfernt und somit einer Reakkumulation von
Eisen dauerhaft entgegenwirkt.
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Hinweise und Kommentare bitte an Dr.
Peter Nielsen |