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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf "Interdisziplinäre, klinische Gruppe Eisenstoffwechsel" Eisenstoffwechselambulanz, UKE- Haus N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389; Fax 040-7410-54797; |
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mittels Magnetresonanz-Tomaographie (T2*-Methode) (im Rahmen einer Studie zusammen mit der Radiologie UKE) (s. Anmeldung) Herzeisenquantifizierung
Auch wenn die Hauptmenge an Eisen bei Eisenüberladungs-Krankheiten in der
Leber akkumuliert wird, kann es auch in anderen Organen zu kritischen
Eisenkonzentrationen kommen, was klinisch viel größere Bedeutung haben
kann.. Insbesondere bei Transfusions-Siderosen sind lebensbedrohliche
Kardiomyopathien und Herzrhythmusstörungen mit einer Eisenüberladung des
Herzens in Verbindung gebracht worden (45), während Herzprobleme bei hereditärer
Hämochromatose eher selten vorkommen (46). In einer der repräsentativsten
Studien zum Überleben von 1146 Patienten mit ß-Thalassaemia major, die zwischen 1960 und 1987 geboren worden
sind, wurde Herzversagen als häufigste Todesursache (60 %) gefunden (5).
Diese Überlebensstudien und die Erfolge der Intensiv-Chelatorbehandlung bei
Herzproblemen führten zu der Vorstellung, dass Patienten mit optimalen
Eisenspeichern und an die Bluttransfusions-Rate angepasstem Chelator-Regime
ein geringes Risiko für Herzprobleme zu erwarten hätten (27). In
den letzten Jahren wurden jedoch neuere Befunde erhoben, die bei ß-Thalassaemia
major keinen Zusammenhang zwischen
der Häufigkeit von Herzproblemen und erhöhten Eisenspeicher-Parametern wie
Ferritin und Lebereisenkonzentration aufzeigen. Mit einer neuen MRI-T2*-Methode
wurde diese scheinbar paradoxe Situation direkt bestätigt, indem kurze T2*-Relaxationszeiten
(mehr Eisen) auch im Herzen von gut chelierten Patienten mit niedrigem LIC
gefunden wurden (8). Im Gegensatz dazu wurde in Studien an MDS-Patienten mit
mehr klassischen MRI-Methoden (spin-echo T2, SIR = signal intensity
ratio) eine signifikante Korrelation zwischen MRI-Parametern im Herzen und LIC
bzw. Ferritin gefunden (47). Aktuell
finden quantitative MRI-T2*-Herz-Messungen im Zusammenhang mit der
klinischen Testung von neuen oralen Eisenchelatoren (Deferipron, Deferasirox)
oder Chelator-Kombinationen (Deferoxamin & Deferipron) große Beachtung,
da es möglicherweise Unterschiede
in der Effizienz von verschiedenen Chelatoren gibt, das klinisch offenbar
bedeutsame Speichereisen im Herzen zu entfernen
(48, 49). Autopsie- und Endokard-Biopsie Im Gegensatz zur Leber wird die direkte physikalisch-chemische Bestimmung der Herzeisen-Konzentration (HIC = heart iron concentration) in einer Katheter-Biopsie eher selten durchgeführt und ist wegen der Inhomogenität der Eisenverteilung im Myokard-Gewebe auch nicht repräsentativ für das gesamte Herzeisen (50, 51). In
Autopsie-Herzen mit signifikanter histologischer Eisenfärbung haben Buja und
Roberts (52) HIC-Werte zwischen 160 und 1470 µg-Fe/gwet weigt
gefunden. Von Interesse für nicht-invasive Methoden dürfte auch das relativ
hohe Feucht-zu-Trockengewichts-Verhältnis von 6.5 ± 0.6 sein. Alle Patienten
mit HIC > 600 µg-Fe/gwet weigt von mehr als 23 g
transfundierten Eisen hatten eine Herzinsuffizienz entwickelt. Außerdem wurde
ein Eisengradient im Myokard mit mehr Eisen im Epikard beobachtet.
In Autopsie-Herzen von Patienten mit hereditärer Hämochromatose
wurden HIC-Werte > 500 µg-Fe/gwet weigt (normal: 20 - 125µg-Fe/gwet
weigt) im gesamten links-ventrikulären Herzmuskel und im Septum
gefunden (53). In einer anderen Autopsie-Studie in Patienten mit HbE/b-Thalassämie,
die an kardialer Hypertrophie litten, waren in Histologie-Schnitten nur
leichte Eisenfärbungen sichtbar (54). Quantitative
Magnetresonanz-Tomographie des Herzens
Von allen nicht-invasiven Methoden zur Messung des Herzeisens
erscheint zur Zeit die Magnetresonanz-Tomographie am vielversprechendsten zu
sein (47). Insbesondere ist die MRI-T2*-Methode für die Messung
der vergleichsweise niedrigen Herzeisen-Konzentration (s. Kap. 4.3.1)
sensitiver als die mehr klassischen MRI-Methoden (T2, SIR). Die
transversale „magnetische“ Relaxation R2* = 1/T2*
kennzeichnet den Zerfall der Protonenresonanz in der Umgebung lokaler
Magnetfelder (Suszeptibilitäts-Effekte). Sie ist in erster Näherung der
Summeneffekt aus der transversalen Relaxation 1/T2, die die
Wechselwirkung mit den Kernspins der Nachbarprotonen kennzeichnet, und der
Wechselwirkung mit den umgebenden Magnetfeld-Inhomogenitäten (nicht-rephasierende
technische Eigenschaften und/oder lokale magnetische Momente von
Nachbaratomen) (Gleichung 4.5) (19). (4.5)
R2* = 1/T2* = 1/T2 + 1/T’(transversale
„magnetische“ Relaxationszeit T2*) Um
die relativ kleinen magnetischen Suszeptibilitätseffekte der Nachbaratome genügend
präzise zu messen (T2* < T2), erfordert diese
Methode allerdings sehr homogene Magnetfelder 1.5 Tesla im
Beobachtungsfenster, kurze Echozeiten (TE < 3 ms) und die
Lokalisation einer optimalen Messschicht. Wegen der dynamisch-komplexen
Herzgeometrie ist die Methode aber auch anfällig für Artefakte insbesondere
bei niedrigen Eisenkonzentrationen (55).
Eine
Kalibrierung von Herzeisen-Messungen mittels MRI durch eine quantitative
physikalisch-chemische Eisenbestimmung im Herzgewebe steht noch aus. Im
Tierexperiment ist dies für T2 und T2* (57) geschehen.
An Patienten mit Eisenüberladung des Herzens konnte das bisher nur
histologisch semiquantitativ mittels Endokard-Biopsien für T2 (58)
gezeigt werden. An einem Autopsie-Herzen (59) eines Thalassämie-Patienten
wurde in einer Myokard-Biopsie des Septums eine Eisenkonzentration von 4.5
mg/g dry weight (ca. 700 µg/gwet wgt) bei einem T2* von 6.9 ms
gemessen werden, was mit der Kalibrierung aus dem Tierexperiment relativ gut
übereinstimmt. Eine
direktere Bestimmung der Herzeisen-Konzentration ohne die Notwendigkeit einer
Kalibrierung mittels chemisch-physikalischer Eisenmessung in Gewebeproben könnte
zukünftig durch die kardio-magnetische Suszeptibilitäts-Messung mit MRI
erfolgen (60). Literatur 5.
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