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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 "Interdisziplinäre, klinische Gruppe  Eisenstoffwechsel"  Eisenstoffwechselambulanz,        UKE- Haus  N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389Fax 040-7410-54797;                                 

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FAQ Häufig gestellte Fragen zur erblichen Eisenspeicherkrankheit

 

Dr. P. Nielsen, Hamburg

 

F: Woran erkenne ich eigentlich, dass ich eine Eisenspeicherkrankheit habe?

A: Charakteristische Frühsymptome gibt es bei dieser Krankheit nicht, so dass eine Eigendiagnose sehr schwierig ist

Häufig geht der Patient zu seinem Hausarzt mit dem etwas diffusen Beschwerdebild: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Leistungsschwäche. Im Rahmen der dann meist durchgeführten Untersuchung werden bei einem Teil der Patienten die typischen eiseninduzierten Organschäden (erhöhte "Leberwerte", Zuckerkrankheit, Herzschaden) festgestellt, die dann zu weiteren Untersuchungen Anlass geben und letztlich zur richtigen Diagnose führen.

Viele Patienten weisen aber noch keine dieser Organschäden und zeigen nur erhöhte Blutwerte (Serum-Eisen, Serum-Ferritin). Wenn diese Werte verändert sind, wird dann meist ein Gentest auf die C282Y-Mutation im HFE-Gen durchgeführt.

 

F.: Bei meinem Vater (53Jahre) wurde eine Eisenspeicherkrankheit festgestellt. Er ist schwer "Leberkrank". Möglicherweise hat er Leberkrebs. Dies wird z.Zt. untersucht. Ich habe jetzt Angst, dass ich (weiblich, 32Jahre) diese Krankheit auch haben könnte. Was raten Sie mir?

A: Ein gewisser Teil von Patienten mit genetisch vorliegender homozygoter Hämochromatose weist zum Diagnosezeitpunkt bereits schwere Organschäden auf (z.B. Leberzirrhoe, Zuckerkrankheit, Schädigung der Herzmuskulatur, Herzrhythmusstörungen, Gelenk- beschwerden). Auch ein Leberkarzinom kommt als Komplikation bei Patienten mit schwerem Leberschaden gehäuft vor.

Als Kind eines Patienten ist man in der Regel nur ein heterozygoter Genträger und wird als solches wahrscheinlich lebenslang nicht an dieser Krankheit erkranken. Es gibt aber im Einzelfall Ausnahmen:

- z.B. könnte Ihre Mutter zufällig auch Genträger für diese Krankheit sein (Wahrscheinlichkeit ca. 1:10!), dann könnten Sie auch homozygot betroffen sein.

- einzelne Genträger entwickeln auch eine (meist leichte) Eisenüberladung, insbesondere wenn auch zusätzlich die H63D-Mutation vorliegt (sogenannte kombinierte Heterozygote).

Um das Restrisiko auch für obligate Genträger (Kinder, Eltern von Patienten) auszuschließen gilt: diagnostische Abklärung empfohlen ==> Serum-Ferritin, Serum-Eisen, Leber-Werte; HFE-Genanalyse auf C282Y- und die H63D-Mutation

 

F: Bei mir (38 männlich) ist eine Untersuchung auf die C282Y-Mutation durchgeführt worden und ich bin homozygot positiv für diese Mutation. Erkennbare klinische Symptome findet mein Arzt bei mir nicht. Ist eine Leberbiopsie erforderlich?

A: Nein und Ja! Eine Leberbiopsie kann zur Diagnose selbst nicht weiter beitragen. Sie kann allerdings das Ausmass der individuell sehr variablen vorliegenden Eisenüberladung aufzeigen und das Vorhandensein von evtl. Leberschäden dokumentieren. Diese Information ist wichtig, um die individuelle Prognose und evtl. auch die Intensität der notwendigen Therapie möglichst genau vorauszusagen. In Fällen mit bereits vorliegender Leberzirrhose raten wir zu einer Leberbiopsie, um das Ausmaß der Organschäden zum Zeitpunkt der Diagnose festzustellen. Wir in Hamburg bieten als Alternative für die Leberbiopsie die nichtinvasive Messung der Leber-Eisen-Konzentration mit dem Biomagnetometer an. Dadurch kann auf die Leberbiopsie bei den meisten Patienten verzichtet werden.

 

F: Bei meiner 10jährigen Tochter ist ein erhöhtes Serum-Eisen aufgefallen und deshalb hat der Kinderarzt einen Test auf die C282Y-Mutation durchgeführt. Sie ist homozygot positiv für die diese Mutation. Was soll jetzt weiter an Diagnostik gemacht werden? Wann soll die Aderlasstherapie begonnen werden?

A: Eine Leberbiopsie ist in solchen Fällen sicher von wissenschaftlichem Interesse, weil es bisher praktisch keine Daten über Hämochromatose bei Kindern gibt. Wir würden aber sicher keine Leberbiopsie bei diesen Patienten durchführen, können aber in Hamburg wiederum die nichtinvasive Messung der Leber-Eisen-Konzentration mit dem Biomagnetometer als Alternative anbieten.

Vermutlich ist aber im Kindesalter die Eisenspeicherkrankheit überhaupt kein Risiko für die Patienten und die Eisenüberladung bildet sich erst nach dem Abschluss des Körperwachstumes aus. Der überwiegende Teil der Patienten die heute diagnostiziert werden, wird ja erst im mittleren bis späteren Erwachsenenalters entdeckt und weist in der Mehrzahl dann noch keine schweren Schäden auf.

Wir würden in solchen Fällen noch keine Therapie durchführen und zu einer Verlaufskontrolle Serum-Ferritin, Transferrin-Eisen-Sättigung) alle 6-12 Monate raten. Ab ca. dem 18 Lebensjahr dann zur Vorbeugung Aufnahme einer Erhaltungstherapie mit 2-4 Aderlässen/Jahr.

 

F.: Bei mir (72Jahre, männlich) ist eine homozygote Hämochromatose festgestellt worden. Organschäden habe ich keine. Muss ich überhaupt behandelt werden?

A: Da die Aderlasstherapie sehr sicher und gut verträglich ist, würden wir auch in solchen Fällen vorsorglich eine Aderlasstherapie in moderater Form empfehlen (anfangs 200-300 ml Blutentzug alle 14 Tage; später evtl. steigern, je nachdem wie Sie die Aderlässe vertragen.

Man macht mit dieser vorsorglichen Therapie sicher nichts falsch.

 

F: Bei meinem Bruder besteht eine Eisenspeicherkrankheit in schwerer Form. Er hat bereits eine Leberzirrhose und wird seit Jahren mit Aderlässen behandelt behandelt. Bei mir wurde jetzt auch eine homozygote C282Y-Mutation festgestellt. Alle Laborparameter im Blut sind bei mir (42Jahre, weiblich, 3 Kinder, starke Regelblutung) aber normal, das Serum-Ferritin ist sogar erniedrigt. Mein Hausarzt will mir ein Eisenpräparat verschreiben? Was raten Sie mir?

A: Die Eisenspeicherkrankheit kann auch innerhalb einer Familie sehr unterschiedlich ablaufen. Gerade bei Frauen kann durch Schwangerschaften (ca. 1 g Eisen/Kind = 4 Aderlässe) oder durch eine starke Regelblutung) relativ große Mengen Eisen entfernt werden, sodass sich überhaupt keine Eisenüberladung entwickelt. Ach die Nahrungsauswahl hat einen Einfluß auf die Eisenspeicherung, Vegetarier nehmen weniger Nahrungseisen auf.

Bei solchen Patienten würden wir nur regelmäßig kontrollieren (Serum-Ferritin) oder nur eine Erhaltungstherapie empfehlen (2-4 Aderlässe/Jahr). Ziel sollte sein, das sehr empfindliche Serum-Eisen im Normalbereich zu halten. Eine Eisentherapie sollte natürlich nicht durchgeführt werden.

 

F: Mein Mann ist sehr krank, hat es mit dem Herzen, der Leber und ist zuckerkrank. Jetzt hat man eine Hämochromatose festgestellt und wollte Aderlasstherapie behandelt. Er verträgt aber die Aderlässe sehr schlecht und deshalb hat der Hausarzt jetzt damit aufgehört. Was kann man jetzt machen?

A: Bei schlechter Leber- und Herzfunktion kann man bei manchen Patienten keine Aderlässe durchführen. In diesem Fällen sollte man umgehend auf eine Therapie mit dem Eisenchelator Desferal ausweichen. Dieses Medikament kann mit einer Pumpe über > 8 h/Tag langsam unter die Haut gespritzt werden. Es bindet bei dieser Krankheit sehr effektiv Eisen, und kann es über Stuhl und Urin entfernen. In manchen Fällen verbessert sich sowohl Leber- als auch Herzfunktion sehr rasch (innerhalb von Wochen), sodass dann auch die einfachere, sichere und billigere Aderlasstherapie umgestellt werden kann.

 

F: Ich werde als Patient mit Eisenspeicherkrankheit mit Aderlasstherapie behandelt. Was kann ich selbst noch tun, z.B. in Richtung Ernährung.

 

A: Die Aderlasstherapie ist sehr effektiv (pro 500 ml Blutentzug werden 250 mg Eisen entfernt. Eine zusätzliche "eisenarme" kann theoretisch auch etwas bringen, allerdings ist der Effekt einer rein vegetarischen Diät (Fleisch enthält relativ viel bioverfügbares Eisen) vergleichsweise gering. Ich persönlich empfehle eine Ernährungsumstellung nur, wenn das als Ganzes Sinn macht. Eine ballaststoffreiche, fettarme, fleischarme Diät ist gut für übergewichtige, Männer mit hohem Blutdruck und hohen Cholesterin. Hier wäre eine vegetarische Diät sicher segensreich. Auch der theoretisch richtige Tipp von ständigen Teetrinken (Tannate im Tee hemmen die Nahrungseisenabsorption) kann man nicht wirklich auf lange Sicht praktizieren. Alle Ernährungstricks sind relativ wenig wirksam verglichen mit der Aderlasstherapie, 

also es gilt: Ernähre Dich  gesund, der Eisengehalt spielt bei Hämochromatose eher eine untergeordnete Rolle ( vergl. auch

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Hinweise und Kommentare bitte an Dr. Peter Nielsen
Letzte Änderung am 19.01.2010
 
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