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Wir bieten Informationen rund um den Eisenstoffwechsel des Menschen an für Studenten, Ärzte, Patienten. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Arbeit und Erfahrung in der Eisenstoffwechselambulanz des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 "Interdisziplinäre, klinische Gruppe  Eisenstoffwechsel"  Eisenstoffwechselambulanz,        UKE- Haus  N41, Martinistr. 52, 20246 Hamburg Tel. 040-7410-52389Fax 040-7410-54797;                                 

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Häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions (FAQ)

Dr. P. Nielsen, Hamburg

F.: Ich habe eine Eisenmangelanämie und nehme seit 4 Wochen ein Eisenpräparat ein, bisher ohne Erfolg. Die Laborwerte haben sich nicht verbessert.

A.: Hier sind eine Reihe von Rückfragen notwendig (z.B. Ursache der Anämie, welche Dosis, welches Präparat, Art und Zeitpunkt der Einnahme? Wichtig in solchen Fällen ist vor allem die Frage nach der Ursache der Eisenmangelanämie (z.B. unentdeckte Blutverluste). 

Ursachen für Therapieversagen können sein: 

- Eisen-Malabsorption (eher selten)

- Eisenpräparat mit schlechter Bioverfügbarkeit (die Eisenaufnahme im Darm ist problematisch, nur ein geringer Teil ca. 10-25 % der Eisenmenge kann maximal aufgenommen werden, bei schlechten Eisenpräparaten entsprechend weniger, evtl. zuwenig)

- falscher Einnahmemodus (immer erst Nüchterneinnahme versuchen, z.B. 20-30 min vor der Mahlzeit. Einnahme mit Mahlzeiten sind evtl. besser verträglich, hemmen aber die Eisenaufnahme signifikant, im Einzelfall (z.B. mit Tee, Cola etc.) komplett! Förderlich ist die Einnahme mit Orangensaft.

- weiterbestehende Blutverluste  (die Eisentherapie ist zwar objektiv erfolgreich, es kommt aber zu keinem Hämoglobin-Anstieg, weil ständig Blut verloren geht). Blutverluste bis zu 100-300 ml/Tag können durch eine orale Eisentherapie gut kompensiert werden, allerdings oft bei erniedrigtem Hämoglobinwert)  

 

  F.: Ich werde mit einer parenteralen Eisentherapie in Form von wöchentlichen Spritzen behandelt. Was sind die Vorteile gegenüber einer oralen Eisentherapie?

A.: Im allgemeinen ist eine orale Eisentherapie immer der Therapie durch Eiseninjektionen vorzuziehen. Nur bei bestimmten Krankheiten, bei denen eine Aufnahme aus dem Darm bekanntermaßen eingeschränkt ist (z.B. bei bei Nierenpatienten mit Eisenmangelanämie, bekannte Eisenmalabsorption) kann eine parenterale Eisentherapie besser geeignet sein. Die Risiken einer parenteralen Eisentherapie sind: Gefahr einer Schockreaktion (seltene Komplikation), Überdosierung, geringe Effizienz bei Langzeittherapie.    

F.: Soll man auch einen latenten Eisenmangel behandeln (niedriges Serum-Ferritin ohne Anämie)?

A.: Im Prinzip ja, zum einen wegen der unerwünschten Hochregulation der intestinalen Absorption von z.B. Blei und Cadmium im Eisenmangel, zum anderen aber auch zur Vermeidung einer ausgeprägten Eisenmangelanämie mit all ihren Folgen.

F.: Welches orale Eisenpräparat soll man verwenden?

A.: Ein Präparat mit nachgewiesener Bioverfügbarkeit. Im englischsprachigen Raum geht man davon aus, dass alle Eisenpräparate gleich wirksam sind wie Eisensulfat. Dies ist unter den Präparaten in der Roten Liste nicht bei allen gewährleistet. Ein gutes Eisenpräparat muss Eisen(II) enthalten und den Wirkstoff schnell freisetzen, damit dieser im Duodenum zur Verfügung steht. Entsprechende Angaben finden sich in einer Literaturstelle von uns (Nielsen P, Kongi R, Zimmermann I, Gabbe EE. Bioverfügbarkeit von oralen Eisenpräparaten. In-vitro-Freisetzung von Eisen als einfaches und schnelles Prüfverfahren. Teil I: Der Allgemeinarzt 6:524-527 (1997). Teil II: Der Allgemeinarzt 7:621-626 (1997).) (kann in Kopie auf Anfrage zugeschickt werden) 

Da es mehr oder weniger komplette Therapieversager gab und noch gibt, empfehlen nur grundsätzlich nur Präparate, die in Studien ihre Wirksamkeit bei Eisenmangelanämie-Patienten beweisen haben.  Ein typischer Therapieerfolg mit einem guten Präparat kann bis zu 1 g Hämoglobinanstieg/Woche erreichen.

F.: Welche Eisen-Dosis? Therapiedauer?

A.: 100 mg/Tag reichen in der Regel aus, nur bei stark blutenden Patienten muss die Dosis auf bis zu 200-400 mg/Tag erhöht werden. Therapiedauer bei Anämie: evtl. >3-6 Monate.

F. : Art der Einnahme?

A.: Vorzugsweise ca. 30 Minuten vor oder auch 2 Stunden nach einer Mahlzeit. Zusammen mit Nahrung aufgenommen, ist die Verträglichkeit besser, die Wirkung aber geringer. (Vorsicht: Hemmstoffe der Eisenaufnahme z.B. in Tee, Kaffee, Getreide!)

                                 

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Hinweise und Kommentare bitte an Dr. Peter Nielsen
Letzte Änderung am 19.01.2010
 
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