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Häufig
gestellte Fragen (Frequently Asked Questions (FAQ)
Dr. P. Nielsen, Hamburg
F.: Ich habe eine Eisenmangelanämie und
nehme seit 4 Wochen ein Eisenpräparat ein, bisher ohne
Erfolg. Die Laborwerte haben sich nicht verbessert.
A.: Hier sind eine Reihe von Rückfragen notwendig
(z.B. Ursache der Anämie, welche Dosis, welches Präparat,
Art und Zeitpunkt der Einnahme? Wichtig in solchen Fällen
ist vor allem die Frage nach der Ursache der Eisenmangelanämie
(z.B. unentdeckte Blutverluste).
Ursachen für Therapieversagen können sein:
- Eisen-Malabsorption (eher selten)
- Eisenpräparat mit schlechter Bioverfügbarkeit (die
Eisenaufnahme im Darm ist problematisch, nur ein geringer
Teil ca. 10-25 % der Eisenmenge kann maximal aufgenommen
werden, bei schlechten Eisenpräparaten entsprechend
weniger, evtl. zuwenig)
- falscher Einnahmemodus (immer erst Nüchterneinnahme
versuchen, z.B. 20-30 min vor der Mahlzeit. Einnahme mit
Mahlzeiten sind evtl. besser verträglich, hemmen aber die
Eisenaufnahme signifikant, im Einzelfall (z.B. mit Tee, Cola
etc.) komplett! Förderlich ist die Einnahme mit
Orangensaft.
- weiterbestehende Blutverluste (die
Eisentherapie ist zwar objektiv erfolgreich, es kommt aber
zu keinem Hämoglobin-Anstieg, weil ständig Blut verloren
geht). Blutverluste bis zu 100-300 ml/Tag können durch eine
orale Eisentherapie gut kompensiert werden, allerdings oft
bei erniedrigtem Hämoglobinwert)
F.: Ich werde mit
einer parenteralen Eisentherapie in Form von wöchentlichen
Spritzen behandelt. Was sind die Vorteile gegenüber einer
oralen Eisentherapie?
A.: Im allgemeinen ist eine orale
Eisentherapie immer der Therapie durch Eiseninjektionen
vorzuziehen. Nur bei bestimmten Krankheiten, bei denen eine
Aufnahme aus dem Darm bekanntermaßen eingeschränkt ist
(z.B. bei bei Nierenpatienten mit Eisenmangelanämie,
bekannte Eisenmalabsorption) kann eine parenterale
Eisentherapie besser geeignet sein. Die Risiken einer
parenteralen Eisentherapie sind: Gefahr einer Schockreaktion
(seltene Komplikation), Überdosierung, geringe Effizienz
bei Langzeittherapie.
F.: Soll man auch einen latenten
Eisenmangel behandeln (niedriges Serum-Ferritin ohne Anämie)?
A.: Im Prinzip ja, zum einen wegen der unerwünschten
Hochregulation der intestinalen Absorption von z.B. Blei und
Cadmium im Eisenmangel, zum anderen aber auch zur Vermeidung
einer ausgeprägten Eisenmangelanämie mit all ihren Folgen.
F.: Welches orale Eisenpräparat
soll man verwenden?
A.: Ein Präparat mit nachgewiesener Bioverfügbarkeit.
Im englischsprachigen Raum geht man davon aus, dass alle
Eisenpräparate gleich wirksam sind wie Eisensulfat. Dies
ist unter den Präparaten in der Roten Liste nicht bei allen
gewährleistet. Ein gutes Eisenpräparat muss Eisen(II)
enthalten und den Wirkstoff schnell freisetzen, damit dieser
im Duodenum zur Verfügung steht. Entsprechende Angaben
finden sich in einer Literaturstelle von uns (Nielsen P,
Kongi R, Zimmermann I, Gabbe EE. Bioverfügbarkeit von
oralen Eisenpräparaten. In-vitro-Freisetzung von Eisen als
einfaches und schnelles Prüfverfahren. Teil I: Der
Allgemeinarzt 6:524-527 (1997). Teil II: Der Allgemeinarzt
7:621-626 (1997).) (kann in Kopie auf Anfrage zugeschickt
werden)
Da es mehr oder weniger komplette Therapieversager
gab und noch gibt, empfehlen nur grundsätzlich nur Präparate,
die in Studien ihre Wirksamkeit bei Eisenmangelanämie-Patienten
beweisen haben. Ein typischer Therapieerfolg mit einem
guten Präparat kann
bis zu 1 g Hämoglobinanstieg/Woche erreichen.
F.: Welche Eisen-Dosis? Therapiedauer?
A.: 100 mg/Tag reichen in der Regel aus, nur bei
stark blutenden Patienten muss die Dosis auf bis zu 200-400
mg/Tag erhöht werden. Therapiedauer bei Anämie: evtl.
>3-6 Monate.
F. : Art der Einnahme?
A.: Vorzugsweise ca. 30 Minuten vor oder auch 2
Stunden nach einer Mahlzeit. Zusammen mit Nahrung
aufgenommen, ist die Verträglichkeit besser, die Wirkung
aber geringer. (Vorsicht: Hemmstoffe der Eisenaufnahme z.B.
in Tee, Kaffee, Getreide!)
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